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4. Juli 2005

Rheuma: Jeder Vierte gibt Arbeit auf

Zwei Drittel der Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), einer äußerst schmerzhaften, entzündlichen Form von Rheuma, sind nicht berufstätig. Über 40 Prozent nennen die Erkrankung als Ursache für ihre Arbeitslosigkeit. So lautet das Besorgnis erregende Ergebnis einer europaweiten Befragung nach der Lebensqualität von knapp 6.000 Patienten mit RA oder Morbus Bechterew. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates sind auch nach den Zahlen der Sozialversicherung der häufigste Grund für Krankenstandstage und frühzeitige Pensionierungen.

Optimierung der Behandlung

Die meisten der RA-Patienten stehen mitten im Leben: Die Erkrankung tritt überwiegend zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. "Obwohl die Diagnose bei den befragten Patienten oft vor mehr als 10 Jahren gestellt wurde, leiden 30 Prozent bzw. 40 Prozent der Befragten - trotz Therapie - unter geschwollenen bzw. schmerzenden Gelenken.

Dies zeugt von den immer noch bestehenden Schwierigkeiten in der Behandlung dieser Krankheit. Darüber hinaus wird der Leidensdruck der Patienten oft unterschätzt", kommentiert Prof. Dr. Josef Smolen von der Universitätsklinik Wien das Studienergebnis. "Ein wesentliches Therapieziel muss die Alltags- und Arbeitsfähigkeit sein. Und um das zu erreichen, sind besseres Verständnis der Krankheitsentstehung und eine Optimierung der Therapie nötig. Effektive Medikation muss frühzeitig eingesetzt werden, um die Zerstörung des Bewegungsapparates zu stoppen.?Inzwischen stünden uns sehr wirksame Medikamente im Kampf gegen diese heimtückische Erkrankung zur Verfügung, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe statt Krankheitserreger angreift. "Neben anderen Substanzen kann der Wirkstoff Infliximab1 (Remicade®) diesen Zerstörungsprozess hintanhalten und bei vielen Patienten stoppen sowie die Lebensqualität verbessern - auch dann, wenn andere Therapeutika versagt haben", sagt Rheumatologe Smolen und erinnert an die ATTRACT-Studie, in der die Effizienz dieses Wirkstoffes eindrucksvoll dokumentiert wurde. 

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