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30. Juni 2005

Umgang mit Sterben, Tod und Trauer

Im Rahmen ihrer Arbeit sehen ÄrztInnen viel menschliches Leid. Vor dem damit verbundenen emotionalen Stress müssen sie sich schützen. Dieses Bedürfnis prägt oft die Kommunikation mit ihren PatientInnen. Um sich von schmerzlichen Gefühlen im Zusammenhang mit Trauer und Tod abzugrenzen, erliegen ÄrztInnen häufig unbewusst der Versuchung, Gepräche über belastende Gefühle zu vermeiden. Unterschiedliche Strategien werden dabei gewählt: Beschränken auf nicht-emotionale Themen, Beruhigen, um Gefühle zuzudecken, Lenken des Gesprächs durch suggestive Fragen oder Floskeln. Hinter diesem Verhalten verbergen sich oft irrige Annahmen: Kranke Menschen wollen nicht sterben oder merken nicht, dass sie sterben, dehalb wollen sie auch nicht wissen, dass ihre Krankheit womöglich tödlich endet. 
Schweigen oder Halbwahrheiten auf ärztlicher Seite führen bei PatientInnen zu Einsamkeit, Verzweiflung und Vertrauensverlust, weil sie mit ihrer Erfahrung allein gelassen werden. In Supervision und Selbsterfahrung können Ärztinnen ihre eigenen Einstellungen und Gefühle zu Sterben, Tod und Trauer reflektieren. Die (professionelle) Anteilnahme sollte nicht unter dem eigenen Unbehagen im Umgang mit diesen Themen leiden. 

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