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30. Juni 2005

Stillen gegen Baby-Geschrei im Flieger

Frankfurt/Main. Auf einem Langstreckenflug können gesunde Säuglinge durchaus dabei sein. Voraussetzung: Mutter und Baby haben sich nach der Geburt ein paar Wochen aneinander gewöhnt. Während des Fluges gibt es einige Dinge, die Mütter tun können, um ihre Kinder zu beruhigen. So erleichtert etwa das Schlucken beim Stillen während Start und Landung den Kindern den Druckausgleich.
"Mutter und Kind sollten sich zunächst aufeinander eingespielt haben, bevor beide eine solche Reise antreten. Das darf man nicht unterschätzen", sagte Dr. Ralf Bialek, Pädiater vom Universitätsklinikum Tübingen, auf dem 1. Symposium Reise- und Tropenmedizin in Frankfurt am Main. Erstgebärende bräuchten dafür etwa ein bis zwei Monate, Multipara mindestens zwei Wochen.
Um die Kinder während Start und Landung zu beruhigen, sollten sie gestillt werden. "Säuglinge halten sich aber nicht unbedingt an die Stillzeiten, und es gibt bekanntermaßen Verzögerungen bei Start und Landungen. Und dann ist die Brust leer." Also sollten immer zusätzlich kleine Trinkportionen mitgenommen werden, erinnerte Bialek.

Aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit in Flugzeugen ist zudem der Flüssigkeitsbedarf gerade bei Säuglingen erhöht. Auch trocknet dadurch die Nasenschleimhaut bei den Babys schnell aus. "Das ist für die Säuglinge schlimm, weil sie noch nicht auf die Mundatmung umstellen können", sagte Bialek. Die Luft wird für die Kleinen also knapp, "und sie tun das einzig Richtige, sie fangen an zu schreien". Verhindert werden könne das mit 0,9-prozentiger Kochsalzlösung. Ein paar Tropfen von dieser Lösung in die Nase des Säuglings geträufelt, befeuchten sie die Schleimhäute. Bialek: "Das Kind ist wieder zufrieden, und die Mutter sowie alle Mitreisenden sind es auch."

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