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30. Juni 2005

Mg-Mangel ist bei Sportlern häufig

Göttingen. Obwohl Ausdauersportler oft mehr Magnesium (Mg), etwa in Form von Tabletten, zu sich nehmen, haben sie häufiger Mg-Mangel als Menschen, die keinen Ausdauersport machen. Hausärzte sollten Sportlern deshalb raten, besonders Nahrungsmittel mit hohem Mg-Anteil zu sich zu nehmen. Erste Hinweise auf Mg-Mangel können etwa unerklärliche Leistungseinbrüche, Waden- oder Fußkrämpfe und Konzentrationsstörungen sein. Trotzdem können die Mg-Serumspiegel normal sein; sie führen deshalb diagnostisch nicht immer weiter. Darauf weisen Professor Petra Saur von der Universität Göttingen und ihre Kollegen hin (Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 3, 2002, 72). Gründe für normale Serumspiegel trotz absoluten Mg-Mangels sind unter anderem ein Shift des Spurenelements etwa aus Zellen in das Serum oder eine vermehrte Retention in den Nieren als Reaktion auf den Mangel.

In einer Untersuchung mit 50 Probanden stellten die Wissenschaftler fest, dass die Ausdauersportler mehr Mg mit dem Urin ausscheiden als die Probanden der Kontrollgruppe. Auch über den Schweiß wird das Spurenelement ausgeschieden. Saur schlägt vor, Mg-Mangel vorzugsweise durch gezielte Ernährung und weniger durch Präparate auszugleichen. Sportler sollten beraten werden, besonders Vollkornprodukte, Blattgemüse, Tomaten, Obst, auch Trockenobst, Hülsenfrüchte oder Nüsse zu essen. Dabei sollte die tägliche Mg-Zufuhr deutlich höher liegen als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesmenge von 350 mg, so Saur. Wer etwa 78 g frische Sonnenblumenkerne oder 223 g Haferflocken isst, nimmt 310 mg Mg auf.

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