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15. Juli 2005

Einer Mangelernährung im Alter vorbeugen

Die Prävalenz von Erkrankungen, die mit Ess- und Trinkstörungen assoziiert sind, nimmt im höheren Alter bis auf 50 Prozent zu. Der physiologische Alterungsprozess selbst führt zu einer Reihe von Veränderungen in allen Phasen des Schluckvorganges, aber auch zu einer erhöhten Prävalenz von Erkrankungen mit Ess- und Trinkstörungen. Laut Dr. Eduard Rappold, Pflegeheim, Otto Wagner Spital, Wien, haben 30 bis 50 Prozent aller Pflegeheimbewohner Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme.

Die Risikogruppen für Mangel- und Fehlernährung im Alter setzen sich im Wesentlichen aus den Krankheitsbildern Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenz, Parkinson-Syndrom, Malnutrition nach mehrwöchigem stationären Aufenthalt oder bei chronischer Erkrankung zusammen. Chronisch kranke Patienten sind durch eine Stresskatabolie in ihrem Ernährungszustand gefährdet. Oft finden sich dabei rezidivierende Pulmonalembolien, Pneumonien, chronisches Rechtsherzversagen, vertebrogene Schmerzsyndrome, periphere arterielle Verschlusskrankheit und als häufigste Einzelursache für einen rapiden Gewichtsverlust bösartige Tumore. Die Überwachung der Risikogruppen bezüglich ihres Ernährungszustandes erfolgt durch eine monatliche Gewichtskontrolle. Durch einen mehr als 5%igen Gewichtsverlust in einem Monat oder einen mehr als 10%igen Gewichtsverlust nach sechs Monaten ist die Risikogruppe definiert.

DDA & EMB Jutta Moll, Geriatriezentrum am Wienerwald, Wien, erarbeitete eine Ausweitung von Ernährungsempfehlungen auf geriatrische Patienten. Im Mittelpunkt ihrer Betrachtungen standen dabei im Speziellen Demenz, Schluckstörungen, Decubitus und im Allgemeinen der ältere Mensch. Bei niedriger Energiezufuhr entwickelt sich eine allgemeine Unterversorgung mit Vitaminen, Elektrolyten und Spurenelementen. Dabei besteht vor allem die Gefahr eines Mangels von Kalzium, Eisen, Jod, Fluor, Zink, Vitamin D, B6 und Folsäure.

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