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30. Juni 2005

Dinner-Cancelling ist mehr als Life-style

Die zirkadiane Rhythmik und die daran gekoppelten, auf zellulärer Ebene stattfindenden Reparaturmechanismen sind vermutlich nachts am effizientesten. Deshalb ist zu dieser Zeit die Entlastung durch Nahrungskarenz sinnvoll.

Das Auslassen des Abendessens gehört heute sehr oft zu den üblichen Wellness-Vorschlägen mit Lifestyle-Änderung. Im Zusammenspiel mit vermehrter Bewegung und kalorienreduzierter Kost kann es unter anderem zur Verbesserung des Fettstoffwechsels beitragen und den Körper schlanker und jünger wirken lassen. „Aber ganz so einfach verläuft der Prozess nicht“, ließ Prof. DDr. Johannes Huber, Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien, in einem von ihm geleiteten Intensiv-Seminar verlauten. „Es handelt sich vielmehr um einen Korrekturansatz im Kampf gegen altersbedingte Veränderungen im epigenetischen Code.“
So ist beispielsweise eindeutig nachweisbar, dass jene Gene, die im Laufe der Jahre durch Methylierung ihre Aktivität eingebüßt haben, in diesem Prozess demethyliert und reaktiviert werden können. Eine ähnliche Bedeutung kommt der Reduzierung von H-Ionen zu, die enzymatisch mit Unterstützung durch ein Co-Enzym bewirkt wird. Kontroversiell diskutiert wird allerdings noch die Rolle, der Nikotinsäure bei der Stabilisierung der ribosomalen DNA. Bewiesen ist hingegen auch, dass Genexpressionen einem zirkadianen Rhythmus folgen, der höchstwahrscheinlich dem Tag-Nacht-Wechsel entspricht. Das bedeutet, dass durch Restriktion bei Tag andere Gene beeinflusst werden als bei Nacht, wobei die beschriebenen Reparaturarbeiten besonders im nächtlichen Ruhezustand wirksam sind.

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