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15. Juli 2005

Seefahrer als Histaminopfer

Meist nimmt die Crew eines Schiffes vorwiegend histaminreiche Nahrungsmittel mit an Bord, die nach Verzehr beim Segler eine massive Einschränkung des Wohlbefindens hervorrufen können. Die allgemeinen Ernährungsempfehlungen auf hoher See sind daher: Histaminarme Nahrungsmittel und Getränke, ergänzt durch Zufuhr höherer Vitamin-C-Dosen, zumindest einmal täglich.

„Erhöhte Histaminspiegel können“, so Prof. Dr. Reinhart Jarisch, Allergieambulatorium Floridsdorf, bei einem Kopfschmerz-Symposium in Wien, „auch bei der Seekrankheit, im englischen Sprachgebrauch ,motion sickness’, also Reisekrankheit, eine wichtige Rolle spielen.“ Symptomatisch für diesen unangenehmen „Mitreisenden“ sind Gähnen, Gesichtsblässe sowie Übelkeit, Schwindelgefühl und Schweißausbrüche. Für diese vegetative Reaktion scheint vor allem die Irritation des Vestibularapparates mitverantwortlich zu sein.
Anfälligen Seglern oder Seefahrern ist dringend anzuraten, ihre Ernährung während der Seereise umzustellen. Denn zu den an Bord besonders häufig konsumierten Nahrungsmitteln zählen ausgesprochen histaminreiche Lebensmittel (siehe Tabelle 3), wie Fisch aus der Konservendose, Tomaten, Schokolade, Bier, Rotwein und diverse alkoholische Mixgetränke („sundowner“). Ergänzend ist die reichliche Vitamin-C-Zufuhr ausgesprochen sinnvoll. Jarisch wies darauf hin, dass generell während eines Segeltörns – wahrscheinlich stressbedingt – die Reserven an Vitamin C schneller als sonst aufgebraucht würden. „Denn selbst bei gezielter, regelmäßiger Vitamin-C-Zufuhr kommt es zu einem deutlichen Abfall des Vitamin-C-Serumspiegels“, erklärte der begeisterte Segler.
Bei Seekrankheit kann daher – neben der Umstellung des Speiseplans – auch die Vitamin-C-Zufuhr und zusätzliche Einnahme von zum Beispiel Stutgeron-Kapseln hilfreich sein (siehe Tabelle 1 und 2). „Die anfängliche Umgewöhnung in der Ernährungsumstellung macht sich durch den ungetrübten Genuss des Segeltörns jedenfalls bezahlt“, so der hochseeerfahrene Fachmann.

Dr. Klaus Huber, Ärzte Woche 17/2004

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