zur Navigation zum Inhalt
 
30. Juni 2005

"Rasch wirksam, verlässlich und sehr gut verträglich"

Herr Dozent, als Rheumatologe behandeln Sie viele Arthrosepatienten. Welche Anforderungen stellen Sie an ein gutes Schmerzmittel?

SINGER: Rasche Wirksamkeit und gute Verträglichkeit. Dies bedeutet für mich einen Wirkungseintritt von etwa 30 Minuten und ein möglichst geringes Nebenwirkungsspektrum hinsichtlich Gastrointestinaltrakt, Niere, Haut, Hämatopoese usw. Ein Symptomatikum - und als solches sind die NSAR zu bezeichnen - sollte auf verschiedenen Ebenen agieren und somit eine möglichst hohe Effizienz aufweisen.

Was sind die Ursachen für Schmerz?

SINGER: Schmerz ist immer ein Symptom. Die Ursachen sind natürlich je nach Schmerzart unterschiedlich. So sind sie beim Arthrosepatienten in seinen Gelenken oder einer Fehlstellung des Achsenskeletts zu suchen. Fast immer lösen Entzündungen das Schmerzempfinden aus. Die für die Entzündungsherde als wichtigste Mediatoren verantwortlichen Prostaglandine möglichst früh zu hemmen, ist die erste Aufgabe einer Schmerztherapie.

Welche Rolle spielt Schmerzbekämpfung bei Ihren Patienten?

SINGER: Menschen, die leiden, sind unglückliche Patienten. Unglückliche Menschen tragen wenig zu ihrer Genesung bei - die Motivation ist schwach, der Glaube an eine Verbesserung des Zustandes ebenso. Gerade Arthrosepatienten können aber durch Engagement und aktive Mitarbeit sehr viel zu einer spürbaren Reduktion ihrer Beschwerden beitragen. Daher muss der Schmerzfaktor so effektiv wie möglich reduziert oder ganz ausgeschaltet werden.

Ist es nicht so, dass Patienten in manchen Phasen stärkere Schmerzen haben, dann wieder weniger?

SINGER: Arthrosepatienten benötigen häufig analgetische beziehungsweise analgetisch-antiphlogistische Medikationen. Diese werden meistens limitiert eingesetzt und gelten a priori selten als Dauermedikation. Generell ist es sinnvoll, dass analgetisch wirksame Substanzen ein Wirkprofil über 24 Stunden aufweisen. Zusätzlich ist es manches Mal notwendig, extreme Schmerzspitzen mit analgetisch wirksamen Substanzen, abhängig von deren Pharmakokinetik und Dynamik, im Sinne einer "Chronotherapie" zu behandeln.

Welche Vorteile bietet der Wirkstoff Nimesulid (Aulin®)?

SINGER: Aufgrund des Produktprofils dieser Substanz und dem bisherigen Vorliegen von Ergebnissen hinsichtlich des Nebenwirkungsspektrums ist festzuhalten:
1. rascher analgetischer Effekt (innerhalb von 15 Minuten)
2. Gute gastrointestinale Verträglichkeit
3. Soweit es die Datenlage erkennen lässt, bestehen keine klinisch relevanten Interaktionen zu anderen, häufig eingesetzten Präparaten, vor allem bei älteren Patienten.
4. Weitere Auswirkungen dieser Substanz auf Pathomechanismen der Entzündung konnten in vitro gezeigt werden: Hemmung toxischer Sauerstoffmetaboliten, Hemmung von Histamin und einzelner Zytokine wie auch eine Hemmung von Metalloproteasen, denen eine besondere Stellung im Rahmen der Knorpeldegeneration zukommt.

Wie erreichen Sie eine zufriedenstellende Compliance bei Ihren Patienten?

SINGER: Die Compliance wird unter anderem von Wirksamkeit und Verträglichkeit wesentlich beeinflusst. Dazu kommt natürlich auch die Einnahmemodalität.

Und das Preisargument?

SINGER: Zweifelsohne ist die Pharmaökonomie ein wesentlicher Punkt. Ein gut wirksames, gut verträgliches Medikament, das in steuerbaren Packungen zum Patienten gelangt, erfüllt meiner Meinung nach die Preis-Leistungskriterien vollauf. Herzlichen Dank für das Gespräch!

Mag. Martin Hoffmann, Ärzte Woche 9/2001

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben