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30. Juni 2005

Wie Schwangerschaft vor einer Arthritis schützt

Prag. Die rheumatoide Arthritis ist eine der wenigen Autoimmunerkrankungen, die sich während der Schwangerschaft bessert. Hypothesen, die den heilenden Einfluss der Schwangerschaft auf die Krankheit erklären, gibt es reichlich - einige neue sind jetzt hinzugekommen.

Bisher vermuteten Experten, dass Hormone und immunologische Veränderungen die Besserung der Gelenksymptomatik erklären. "Vielleicht ist die Schwangerschaft ja auch eine Art natürlicher TNF-Blockade? meinte Frau Dr. Mieke Hazes aus Rotterdam beim Kongress EULAR (European League against Rheumatism) 2001, der unlängst in Prag stattfand.

In drei Studien konnte gezeigt werden, dass die Schwangerschaft einen gewissen Schutz vor der Erkrankung bietet, vor allem eine erste Schwangerschaft in jungem Alter, sagte Hazes. Dass die Schwangerschaft auch als Auslöser der Erkrankung in Betracht kommt, wie mitunter vermutet wurde, verneinte die Rheumatologin. Wenn nach einer Schwangerschaft eine rheumatoide Arthritis auftrete, sei der Krankheitsbeginn nur verschoben worden. Die Krankheitsverläufe von Frauen, die einmal schwanger waren, unterschieden sich in einem solchen Fall dann weiter nicht von denen bei Patientinnen, die nicht schwanger gewesen waren.

Bei manifester rheumatoider Arthritis bessert sich die Erkrankung während der Schwangerschaft bei etwa 75 Prozent der Frauen. Zwei von drei Frauen erleben sogar eine komplette Remission.

Leider kehrt die Erkrankung ebenso regelhaft innerhalb von zwei Monaten nach der Entbindung wieder zurück. Immunologisch geht die Synthese proinflammatorischer Zytokine wie TNF-alpha und Interleukin-12 in der Schwangerschaft drastisch zurück - für Hazes eine natürliche TNF-Blockade. Allerdings erlebt nicht jede Patientin eine Besserung in der Schwangerschaft und nicht jede Schwangerschaft ruft bei derselben Frau dieselbe Besserung hervor.

HLA-Disparitäten zwischen Mutter und Fetus erklären einen Großteil dieser Unterschiede. Die HLA-Moleküle sind es- sentiell für die Selbst- und Fremderkennung.

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