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30. Juni 2005

Frühdiagnose einer RA bleibt schwierig

Prag. Bei Patienten mit erstmals auftretenden Gelenkschmerzen ist es vor allem wichtig, die progrediente Form der rheumatoiden Arthritis mit schlechter Prognose früh zu diagnostizieren.
Nur etwa ein Drittel der Patienten mit Frühsymptomen in der ärztlichen Praxis entwickeln später auch eine rheumatoide Arthritis, ein weiteres Drittel hat eine andere entzündliche rheumatische Erkrankung. Und bei dem letzten Drittel kann auch im weiteren Verlauf der Gelenkbeschwerden keine eindeutige Diagnose gestellt werden.

Über diese Praxisprobleme berichtete Prof. Johanna M. Hazes aus Rotterdam beim europäischen Rheumatologenkongress Eular 2001 in Prag .
Wie es in einer Eular-Mitteilung heißt, ist die Diagnose oder Klassifikation der rheumatoiden Arthritis in aller Regel erst möglich, wenn auch der Verlauf der Erkrankung über einen gewissen Zeitraum beobachtet wird. Entscheidend für die Diagnose der Erkrankung ist nach wie vor die chronische Entzündung mehrerer Gelenke. In einem frühen Stadium ist in aller Regel aber noch unklar, ob die Entzündungsaktivität von selbst wieder zum Stillstand kommt, ob es sich um eine persistierende, aber nicht-destruktive oder ob es sich um die chronisch-destruktive Form der Polyarthritis handelt.

Der beste Prädiktor für eine Erkrankungsform mit schlechter Prognose ist nach Auffassung von Hazes nach wie vor - trotz neu hinzugekommener Marker - der Rheumafaktor. Außerdem müssen als weitere Anhaltspunkte zumindest zwei große Gelenke symptomatisch sein. Andere serologische Marker wie der antiperinukleäre Faktor (APF) oder der anti-citrulline Antikörper (ACA) sind ihrer Auffassung nach alleine nicht aussagefähig genug, um beurteilen zu können, wie die weitere Prognose des Patienten sein wird.
Auch der initiale HAQ-Score, mit dem Fähigkeiten im Alltag beurteilt werden, oder das Röntgen- oder CT-Bild geben bei der Frühform nur geringe Aufschlüsse.

Als Optimierung der bestehenden Klassifikationskriterien der US-amerikanischen Fachgesellschaften werden sieben Variablen vorgeschlagen, die auf eine schlechte Prognose deuten: Morgensteifigkeit der Gelenke von mehr als einer Stunde, Arthritis an drei oder mehr Gelenken, bilaterale Druckschmerzhaftigkeit von Metacarpophalangeal-Gelenken, Rheumafaktor- und APF-Positivität, sowie Erosionen im Röntgenbild.

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