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30. Juni 2005

Migräneattacke: Jede Minute zählt!

Starke pulsierende, pochende Schmerzen in einer Kopfhälfte, Nausea, Erbrechen, Photo- und Phonophobie - die typischen Symptome einer Migräneattacke, die mit einer erheblichen Einschränkung von Arbeitsleben und Freizeitaktivitäten einhergeht. Etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung in Europa und den USA leiden unter Migräne. Vor allem die Einführung von spezifischen Migränemedikamenten, den Triptanen, hat die Therapie erheblich verbessert.

Viele meinen, bei Migräne handle es sich um eine moderne Zivilisationskrankheit. Doch weit gefehlt: Schon vor über 4.000 Jahren litten die Alten Ägypter, Griechen und Römer - Männer wie Frauen - unter dieser Kopfschmerzform. Obwohl die Attacken überwiegend mit mittelschwer bis schwer angegeben werden, befindet sich nur etwa die Hälfte der Patienten in ärztlicher Behandlung.
Migräne ist eine organische Erkrankung des Gehirns, die familiär gehäuft auftritt. Die Bereitschaft, eine Migräne zu bekommen, ist vermutlich genetisch festgelegt. Triggerfaktoren für eine Migräneattacke können Zeitverschiebung, emotionaler und psychischer Stress, Ernährung (Rotwein, Käse) sowie die Menstruation sein.
Manche Patienten haben nur zwei oder drei Migräneattacken pro Jahr, bei anderen wiederum treten sie bis zu achtmal im Monat auf. Mitunter sind sogar tägliche Migräneattacken möglich.
Normalerweise sind die Anfälle nach vier bis 24 Stunden beendet. Bei einem Drittel der Patienten dauern die Attacken bis zu 72 Stunden, und nur ein Fünftel der Patienten ist schon nach sechs Stunden beschwerdefrei.

Früher Therapiebeginn bei Attacke ist entscheidend

Kommt es zu einem Migräneanfall, sollte mit einer medikamentösen Therapie frühzeitig begonnen werden. Am besten wirksam, vor allem bei Patienten mit stärkeren Migräneattacken, sind die Triptane.
Prof. Dr. Alan Rapaport, Direktor des New England Center for Headache, Stamford, USA: "Für Migränepatienten am wichtigsten sind ein schneller Wirkungseintritt und totale Schmerzfreiheit." Zudem wünschen sie eine Darreichungsform, die auch bei Übelkeit und Erbrechen gut toleriert wird. Zolmitriptan (Zomig®) als Nasenspray kommt diesen Wünschen ein gutes Stück näher. Zolmitriptan ist ein Triptan mit einer selektiven agonistischen Wirkung für die 5-HAT 1B/1D-Rezeptoren zur akuten Behandlung von Migränekopfschmerzen mit oder ohne Aura.
Zomig® gibt es in drei Darreichungsformen: als Tabletten, als Schmelztabletten und als Nasenspray. Über die gut durchblutete Nasenmukosa wird das Triptan schneller am Wirkort verfügbar als nach oraler Applikation. Bereits fünf Minuten nach dem Einsprühen in die Nase werden wirksame Plasmaspiegel erreicht.
Dies spiegelt sich in klinischen Resultaten wider. In einer Studie linderten fünf Milligramm Zolmitriptan nasal (Zomig® 5mg Nasenspray) Migränekopfschmerzen signifikant schneller als orales Zolmitriptan in der in den meisten Ländern üblichen Dosis von 2,5 mg.
30 Minuten nach Applikation war mit dem Nasenspray bei etwa 35 Prozent aller Patienten die Migräneattacke deutlich gelindert, mit der oralen Anwendung dagegen nur bei etwa 15 Prozent.

Völlige Schmerzfreiheit

Der signifikante Unterschied in der Geschwindigkeit des Wirkungseintritts wurde hier bereits 15 Minuten nach Therapiebeginn offensichtlich. Schon nach 30 Minuten wird mit 5 mg Zolmitriptan nasal bei etwa 7,5 Prozent aller Patienten völlige Schmerzfreiheit erreicht, mit 2,5 Milligramm des Wirkstoffes oral nur bei etwa einem Prozent, so die Ergebnisse einer weiteren Vergleichsstudie.
Eine Stunde nach Applikation waren mit dem Nasenspray mehr als 20 Prozent der Migräneattacken und mit der oralen Therapie 15 Prozent der Attacken völlig abgeklungen. Erst zwei Stunden nach Therapiebeginn hatten die oral behandelten Patienten ein ähnliches Ergebnis wie die nasal behandelten: In beiden Gruppen waren mehr als 35 Prozent der Attacken beseitigt. Der schnellere Wirkungseintritt von Zolmitriptan als Nasenspray hat aber im Vergleich zur oralen Option nicht zur Folge, dass die Wirkung auch schneller nachlässt. Und: Auch bei wiederholter Anwendung ist der Spray so effektiv wie zu Beginn. In einer Studie war die Responderrate auch nach der 60. Behandlung mit dem Spray im Schnitt genauso gut wie nach der ersten.
"Ein weiterer Vorteil der Triptane ist, dass sie zu jedem Zeitpunkt innerhalb der Attacke wirken. Das bedeutet, dass sie nicht zu Beginn der Attacke genommen werden müssen. Auch auf typische Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen haben die Triptane eine gute Wirkung", so Rapaport.

Die REALIZE-Studie

Auf dem Jahrestreffen der American Headache Society in Chicago wurden nun neue Daten zum Zomig® Nasenspray präsentiert.
Die Resultate der REALIZE-Studie (siehe Kasten) zeigen, dass die Patienten mithilfe des Zomig® 5mg Nasensprays bereits in einem Zeitraum von zehn Minuten eine signifikante Besserung der Kopfschmerzen hatten - ein dauerhafter Effekt, der auch noch nach 24 Stunden nachweisbar war. Innerhalb von 30 Minuten brachte der Spray bei einer signifikanten Anzahl von Patienten alle Migränesymptome gänzlich zum Verschwinden (s. Grafik).
Rapaport: "Die Resultate der Phase I der REALIZE-Studie zeigen, dass Zomig® 5mg Nasenspray das am schnellsten wirksame, nicht injizierbare Triptan ist, und dass der Effekt auch noch 24 Stunden nach Verabreichen des Nasensprays anhält."
Der Zolmitriptan Nasenspray wird gut vertragen: die häufigste unerwünschte Wirkung ist eine passagere Beeinträchtigung des Geschmackssinnes (15,8% versus 2,0% unter Placebo).
Kontraindikationen sind unter anderem eine unkontrollierte Hypertonie, koronare Herzkrankheit, Koronarspasmen oder ein früherer Myokardinfarkt.

Dr. Hannelore Nöbauer, Ärzte Woche 27/2003

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