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Orthopädie 13. Februar 2008

Knochennekrosen durch Medikamente

Eine Studie der University of British Columbia hat ergeben, dass bekannte Antiosteoporotika das Risiko für Knochennekrosen verdreifachen können. Die vorliegende Arbeit ist die bislang größte Untersuchung die Korrelation zwischen Bisphosphonaten und Knochennekrosen betreffend. Drei verschiedene populäre Bisphosphonat-Präparate wurden untersucht, bei allen zeigte sich dasselbe Ergebnis.
Die Studie wurde im Journal of Rheumatology (First Release Jan 15 2008) veröffentlicht, nachdem die US-amerikanische Food and Drug Administration FDA auf die möglichen Nebenwirkungen von Bisphosphonaten hingewiesen hatte.
Knochennekrosen sind eher selten, etwa einer von 20.000 Menschen erkrankt jedes Jahr daran. Pathomechanismus ist die permanente Unterbrechung der Blutversorgung des Knochens. Ohne adäquate Blutzufuhr stirbt der Knochen ab, wird instabil und kollabiert. Vor allem Knie-, Schulter- und Hüftgelenke sind betroffen, mit schmerzhafter Immobilisierung als Folge. Bisphosphonatverschreibungen sind häufig: 190.000 Millionen mal wurden die Substanzen weltweit bislang verordnet.
Die Studie basiert auf den Krankengeschichten von 88.000 Einwohnern von Quebec zwischen 1996 und 2003. Anlass für die Untersuchung waren Beobachtungen, welche Nekrosen des Kiefers mit Bisphosphonatbehandlung in Verbindung brachten.
Epidemiologe und Studienleiter Dr. Mathyar Etminan meint, dass in Zukunft noch mehr Frauen Bisphosphonate anwenden werden, da wegen des erhöhten Brustkrebsrisikos vermehrt Patientinnen auf Östrogentherapie verzichten und stattdessen Bisphosphonate einnehmen, um osteoporotischen Knochenbrüchen vorzubeugen. Daher ist es für Etminan besonders wichtig, dass Frauen, die Bisphosphonate einnehmen, etwaige Schmerzen sehr ernst nehmen und die Risiken ihrer Medikation kennen. Dasselbe gilt laut Etminan natürlich auch für die behandelnden Ärzte.

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