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Orthopädie 30. Oktober 2007

Spröde Knochen

Die zweite Auflage des Konsensus-Statements „Früherkennung und Management der postmenopausalen Osteoporose in der allgemeinmedizinischen Praxis“ wurde unter der Ägide der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) in Zusammenarbeit mit dem Verein Altern mit Zukunft veröffentlicht.

In Österreich leiden derzeit ca. 700.000 Menschen an Osteoporose oder haben ein stark erhöhtes Osteo­porose-Risiko. Die Inzidenz von Schenkelhalsfrakturen soll sich bis 2050 mehr als verdoppeln. In der Früherkennung der Osteoporose und der Prävention ihrer Komplikationen kommt der Allgemeinmedizin eine zentrale Bedeutung zu.
Bei Frauen ist bereits einige Jahre nach dem Eintritt in die Menopause ein steiler Anstieg osteoporotischer Frakturen zu verzeichnen, wobei zunächst distale Radiusfrakturen und Wirbelkörperfrakturen im Vordergrund stehen.
Das frühzeitige Erkennen von Risikopatientinnen durch Anamnese, Risikoerfassung und klinische Untersuchung (inkl. Sturzabklärung) steht am Beginn des diagnostischen Vorgehens. Die Risikobeurteilung sollte systematisch anhand sämtlicher Risikobereiche und Risikofaktoren erfolgen, wobei das Alter als Grundrisiko zu berücksichtigen ist.
Für alle Frauen über 65 ist generell eine Osteoporose-Diagnostik zu empfehlen. Das Verfahren erster Wahl zur Osteodensitometrie stellt die quantitative DXA-Methode der LWS und des proximalen Femurs dar. Bei speziellen Fragestellungen kann die primäre Durchführung einer quantitativen Computertomographie (QCT) im LWS-Bereich gerechtfertigt sein.
Die entscheidende Rolle der Allgemeinmedizin besteht neben der patientenorientierten Früherkennung vor allen Dingen in der Primärprävention der Osteoporose mittels Aufklärung der Patienten unter Zuhilfenahme adäquater und verständlicher Broschüren bzw. leicht auswertbarer Fragebögen. Darüber hinaus ist im Sinne einer Minimierung von Risikofaktoren möglichst frühzeitig eine Lebensstilmodifikation hinsichtlich Bewegung, Ernährung, Nikotinkarenz sowie mit höherem Alter Sturzprävention von Bedeutung.
Die allgemeinen therapeutischen Maßnahmen einschließlich der Supplementation mit Kalzium und Vitamin D stellen die Basis jeder medikamentösen ­Osteoporose-Therapie dar. Bei Frauen über 50 Jahre mit diagnostizierter oder manifester Osteoporose, aber auch mit Osteopenie und akzeleriertem Knochenabbau (>drei Prozent pro Jahr) ermöglicht eine spezielle Pharmakotherapie eine positive Beeinflussung der Knochenstabilität sowie eine effektive Frakturprophylaxe.

Quelle: ÖGAM Konsensus Statement – Früherkennung und Management der postmenopausalen Osteoporose in der allgemeinmedizinischen Praxis. Internationale Zeitschrift für ärztliche Ausbildung September 2007

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