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Orthopädie 10. Oktober 2007

Knochen gebrochen

Das Frakturrisiko bei Osteoporose wird vielfach direkt mit der Knochendichte und dem T-Score in Verbindung gebracht. Doch ­diese Ansicht greift zu kurz, wie eine kanadische Studie zeigt. Primäres Ziel der Untersuchung war es, den Zusammenhang zwischen Knochendichte und Frakturrisiko genauer zu beleuchten (CMAJ 2007 Sep 11;177(6):575-80). Die Wissenschaftler verwendeten die gebräuchliche WHO-Definition der Osteoporose (T-Score -2,5 oder weniger). Die Frakturverteilung bei Frauen zwischen 50 und 64 sowie bei Frauen jenseits des 65. Lebensjahres wurde zu den Knochendichtewerten (gemessen an verschiedenen zentralen Lokalisationen) in Bezug gesetzt. Dazu wurde eine historische Kohortenstudie mit einer mittleren Beobachtungsdauer von 3,2 Jahren durchgeführt.
Berücksichtigt wurden die Daten von 16.505 Frauen über 50, alles Teilnehmerinnen des Manitoba Bone Density Program. Die Knochendichtemessungen wurden an Lendenwirbelsäule und Hüfte mittels Röntgen-Absorptiometrie durchgeführt. Studienendpunkte waren unter anderem der Prozentsatz osteoporotischer Frakturen und die Frakturrate pro 1.000 Personenjahre bei postmenopausalen Frauen mit Osteopenie und Osteoporose (verglichen mit Frauen mit nach WHO-Definition normaler Knochendichte).
Das Durchschnittsalter der Damen betrug 65 Jahre, ihre T-Scores zeigten im Mittel Werte wie bei Osteopenie. Die Zahl der Frakturen war bei den Frauen über 65 signifikant höher als bei Teilnehmerinnen unter 65. Und obwohl die Frakturrate bei osteoporotischen Frauen signifikant erhöht schien, passierten die meisten Brüche bei Frauen mit nicht-osteoporotischen T-Scores: die meisten postmenopausale Frauen mit osteoporotischen Frakturen wiesen nichtosteoporotische Werte bei der Knochendichtemessung auf.
Tatsächlich scheinen andere klinische Risikofaktoren als die Knochendichte (wie beispielsweise das Alter) für die Abschätzung des Frakturrisikos von ebenso großer Bedeutung zu sein.

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