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Kernresonanzspektroskopie eines arthro-tischen Kniegelenks.
 
Orthopädie 6. November 2008

Neues zur Arthrosetherapie

Wie wirksam sind verfügbare Therapien und was kann der Schmerzgentest beitragen?

Am Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2008 in Berlin wurden zwei wegweisende Arthrose-Studien vorgestellt. Die eine rüttelt an den Grundfesten der klassischen Behandlungsmethoden, indem sie deren Wirksamkeit hinterfragt. Die andere beschäftigt sich mit Schmerzgentests, die den Erfolg von Arthrosetherapien voraussagen sollen.

 

Arthrosetherapien sind sehr kostspielig, dennoch ist ihre Wirksamkeit unter Fachleuten umstritten. Manche Therapien müssen sogar als unwirksam und teilweise riskant eingeschätzt werden, so die Ergebnisse einer großen Metaanalyse. Die Düsseldorfer Ärzte Prof. Dr. Peter Wehling, Vorstand der Stiftung für molekulare Medizin, und Dr. Carsten Moser vom Grönemeyer Institut für Mikrotherapie untersuchten, bei welcher Kniearthrosetherapie ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis vorliegt. „Die Ergebnisse waren leider ernüchternd“, so Wehling. Gewichtsreduktion, Muskelkräftigung und Injektionen schnitten gut ab, die medikamentöse Therapie und die Gelenkspiegelung hingegen vergleichsweise überraschend schlecht. „Insbesondere bei Medikamenten – vor allem bei den sehr häufig verabreichten Antirheumatika – fiel die überraschend hohe Zahl von Nebenwirkungen, wie Magengeschwüre und erhöhtes Herzinfarktrisiko, auf“, erklärte Wehling. „Die Auswertung macht deutlich, dass es bei Arthrose keine Standardtherapie gibt. Vielmehr ist ein individuell auf den Patienten abgestimmtes Therapiekonzept gefragt“, ergänzte Carsten.

Zukunftstool Schmerzgentest

Mit Hilfe von Schmerzgentests wollen Orthopäden in Zukunft exakt vorhersagen, welche Therapie den größten Erfolg bei Arthrose und Wirbelsäulenerkrankungen verspricht. Der Schmerzforscher Prof. Dr. William Maixner, Universität North Carolina, Chapel Hill, USA, stellte das neue Verfahren erstmals vor: „Die verschiedenen Arten von Schmerzgenen stehen in Zusammenhang mit den Therapieergebnissen. Daraus können Rückschlüsse gezogen werden, auf welche Therapie der Patient am besten anspricht.“ Die Entscheidung für ein Medikament oder eine Operation könnte nach Kenntnis der Gendispostion mit größerer Sicherheit getroffen werden. Zum Beispiel gehe es darum, ob bei einem Bandscheibenvorfall eine Operation oder eine konservative Therapie besser wirke. Gentests könnten dann auch anzeigen, ob bei einer Knie- oder Hüftendoprothese Probleme zu erwarten seien. Die Anfälligkeit für chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Fibromyalgie, Kiefergelenkschmerzen und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen wird genetisch mitbestimmt.

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Foto: wikipedia/User:Scuba-limp

Kernresonanzspektroskopie eines arthro-tischen Kniegelenks.

Stiftung Molekulare Medizin/EM , Ärzte Woche

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