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Orthopädie 2. März 2015

Einseitiges Risiko

Nach Hüftfraktur besteht ein hohes Risiko für tiefe Venenthrombosen (TVT), hauptsächlich aber im ipsilateralen Bein.

Daten von 3.253 Hüftfraktur-Patienten (medianes Alter: 83) wurden auf Häufigkeit und Verteilung von symptomatischen TVT analysiert. Alle Patienten bekamen postoperativ eine chemische Thromboseprophylaxe (bis Mitte 2010 ASS, danach Enoxaparin); Thrombosestrümpfe erhielten weniger als zehn Prozent. Bei 634 Patienten wurden Doppler-Sonografien der Beine durchgeführt, davon ein Drittel vor und 44 Prozent in den sechs Monaten nach der Hüftfraktur. Die höchste Rate an TVT zeigte sich im Drei-Monats-Intervall direkt nach dem Unfall. Sie lag bei 35,7/1.000 Patienten/Jahr. In den drei Monaten vor der Fraktur hatte die Quote nur 3,7/1.000/Jahr betragen. Ursächlich für die Steigerung waren TVT im ipsilateralen Bein, deren Häufigkeit sich versechsfachte. Im kontralateralen Bein war die TVT-Zunahme nicht signifikant. Sechs Monate nach der Fraktur sank das TVT-Risiko wieder auf Ausgangsniveau.Dass TVT nach Hüftfraktur nur im ipsilateralen Bein zunahmen, wird damit erklärt, dass lokale Gefäßkompression und Verletzung für die Entstehung offenbar wichtiger sind als Immobilität und generell erhöhte Koagulabilität. Gerade bei alten und gebrechlichen Patienten ist das Risiko für Hautläsionen durch Kompression hoch. Protty et al. schlagen daher vor, nach Hüftfraktur nur das ipsilaterale Bein zu komprimieren.

Protty MB et al.: BMJ Open 2015; 5: e006956

CL/springermedizin.de, Ärzte Woche 10/2015

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