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Orthopädie 13. Oktober 2014

Progression verzögert

Wie Sport Arthrose-Symptome lindert.

Maßvolle körperliche Aktivität kann bei Arthrose dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und Schmerzen zu lindern. Die molekularen Mechanismen, die dafür verantwortlich sind, werden zunehmend entschlüsselt.

Regelmäßig und maßvoll Sport zu treiben könne eine Arthrose zwar nicht verhindern oder kurieren, körperliche Aktivität könne aber sehr wohl die altersbedingte Arthrose hinauszögern, die Progression der Gelenkerkrankung verhindern, zur Verbesserung der Funktion beitragen und Symptome lindern, erläuterte Prof. Dr. Susanne Grässel, Leiterin des Forschungslabors für Experimentelle Orthopädie der Universität Regensburg, beim 45. Deutscher Sportärztekongress im September in Frankfurt.

Sport wirkt auf verschiedene Weise auf die Arthrose: „Durch die Stärkung der Muskelkraft und der Propriozeption kann die Progression einer Cox- oder Gonarthrose gebremst werden. Die Gelenkbiomechanik verbessert sich und der Abbau von Komponenten der Extrazellulärmatrix wird durch die Reduktion von Entzündungsmediatoren sowie die Erhöhung chondroprotektiver Faktoren verringert“, erklärt Grässel. Wenn durch die körperliche Aktivität eine Gewichtsreduktion erreicht wird, trägt dies zusätzlich zu einer Absenkung der Entzündungsfaktoren bei.

Konkret wird beispielsweise durch Spazierengehen oder Laufbandtraining der BDNF (Brain Derived Neurotropic Factor)-Spiegel im Plasma erhöht, was zu einer Unterdrückung inflammatorischer Prozesse und zur Reduktion von Schmerzen führt. „Krafttraining bei Patienten mit Kniearthrose verändert biochemische Marker in der Synovialflüssigkeit und perisynovial. Dadurch wird das chondroprotektive Interleukin-10 induziert und der Arthritis-Biomarker COMP (Cartilage Oligomeric Matrix Protein) im Serum reduziert“, so Grässel.

 

springermedizin.de, Ärzte Woche 42/2014

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