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© Maridav /iStock / Thinkstock
Laut Studienergebnissen ist durch die frühe Belastung nach einer Achillessehnenoperation auch eine rasche sportliche Betätigung wieder möglich.
 
Orthopädie 23. Mai 2014

Genähte Achillessehne besser früh belasten

Patienten können nach rascher Mobilisation normalen Bewegungsspielraum des Gelenks wieder erreichen.

Frühes Belasten, kombiniert mit Übungen fürs Sprunggelenk, liefert nach chirurgischer Versorgung akuter Achillessehnenrupturen laut Ergebnissen einer chinesischen Studie bessere Ergebnisse als das oft praktizierte längere Ruhigstellen.

Ein Forscherteam um Jiazhang Huang von der Fudan-Universität in Shanghai hat in einer Metaanalyse neun randomisierte Studien ausgewertet. Teilgenommen hatten rund 400 Patienten, die nach einem Riss der Achillessehne innerhalb von sieben Tagen chirurgisch versorgt worden waren. Verglichen wurden die funktionellen Ergebnisse nach mindestens vierwöchiger Immobilisation mit jenen nach frühem Rehabilitationstraining (binnen zwei Wochen postoperativ), das aus Sprunggelenksübungen mit oder ohne frühe Gewichtsbelastung bestand.

Die besten Resultate zeigten sich nach früher Belastung plus Sprunggelenksübungen. Im Mittel durften die Patienten bereits nach vier Tagen belasten, wobei Schutzausrüstung wie Spezialschuhe, Orthesen oder Krücken eingesetzt wurden. Barfußbelastung war frühestens vier Wochen nach der Operation erlaubt. Unter Einbezug von Bewegungstraining für das Sprunggelenk erreichten mit der Frühbelastung signifikant mehr Patienten einen normalen Bewegungsspielraum des Gelenks.

Schneller wieder sportfähig

Die Sehnenelongation nach drei Monaten und nach einem Jahr fiel geringer aus. Auch der Wadenumfang, die Fähigkeit zum Zehenstand und die Kraft der Plantarflexion entwickelten sich bei früh belastenden Patienten vorteilhafter als nach Ruhigstellung. Die belastenden Patienten konnten sich zudem öfter und rascher wieder sportlich betätigen.

Kein Unterschied zeigte sich in der Rate erneuter Rupturen. Sie lag bei 3,0 Prozent in der Belastungs- und bei 2,1 Prozent in der Immobilisationsgruppe – eine statistisch unerhebliche Differenz. Auch größere Komplikationen kamen gleich häufig vor, darunter Wundinfektionen, tiefe Venenthrombosen und Wunddehiszenzen. Weniger gravierende Probleme, etwa Narbenadhäsionen, Gefühlsstörungen, verzögerte Wundheilung, waren hingegen nach Ruhigstellung im Castverband häufiger festzustellen.

Hoher Grad an Zufriedenheit

Für Patienten, die zwar das Sprunggelenk übten, aber mit der Belastung später als zwei Wochen nach dem Eingriff begannen, fielen die Vorteile des frühen Rehabilitationsbeginns spärlicher aus: Sport war früher wieder möglich und die Sehnenverlängerung nach einem Jahr war weniger ausgeprägt. Insgesamt waren 93,7 Prozent der Patienten, die schon bald nach der Operation mit funktionellen Übungen begannen, zufrieden mit dem Ausgang ihrer Therapie. Bei den Studienteilnehmern nach Immobilisation äußerten sich nur 77,5 Prozent in diesem Sinne.

 

Originalpublikation: Huang J et al. Am J Sports Med 2014; online 2. Mai (http://bit.ly/1mq7DeG)

springermedizin.de, Ärzte Woche 22/2014

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