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Orthopädie 1. April 2014

OP-Erfolg messen

Welcher Test eignet sich am besten nach Meniskuseingriff: IKDC, KOOS oder WOMAC?

Es gibt einige Instrumente, mit denen sich beurteilen lässt, wie das OP-Ergebnis nach einer Meniskusverletzung aus Patientensicht ausfällt. Ob diese Werkzeuge leisten, was sie zu leisten vorgeben, haben holländische Orthopäden untersucht.

Arthroskopische Eingriffe zur Entfernung beschädigter Anteile des Meniskus gehören zu den häufigsten orthopädischen Operationen. Aus der großen Zahl folgt aber nicht automatisch ein großer Nutzen, und so sind in der Literatur Zweifel an der Effektivität dieser Form der Behandlung geäußert worden.

Letztlich hat den vorhandenen oder fehlenden Erfolg der Patient zu beurteilen, je nach dem, ob es ihm nach der Prozedur besser oder schlechter geht. Um dies zu erfragen, steht eine Reihe von Messinstrumenten in Form von (internetfähigen) Fragebögen zur Verfügung. Dazu zählen zum Beispiel das Formular „Subjective Knee Form“ des International Knee Documentation Committee (IKDC), der Knee Osteoarthritis Outcome Score (KOOS) und der Western Ontario and McMaster Universities Arthritis Index (WOMAC).

Eine Orthopädenriege um Victor van de Graaf vom Hospital Unserer Lieben Frau in Amsterdam hat die einzelnen Testformulare nun auf Reliabilität – also die Replizierbarkeit der Ergebnisse – und Validität – die Fähigkeit, zu messen, was gemessen werden soll – untersucht. Beteiligt waren 75 Patienten, die entweder auf einer Warteliste für Meniskuschirurgie standen oder einen solchen Eingriff vor sechs Wochen bis sechs Monaten hatten vornehmen lassen.

IKDC, KOOS oder WOMAC?

Im Vergleich am besten abgeschnitten hat der IKDC. Der Test fragt in 19 Unterpunkten beispielsweise nach Schmerzen, möglichen Aktivitäten und subjektiver Einschätzung der Kniefunktion. Maximal sind dabei 100 Punkte zu erzielen, ein Ergebnis, das für eine einschränkungslose und symptomfreie Kniebeweglichkeit steht.

Für bestimmte Bereiche des KOOS-Tests waren hingegen sogenannte Bodeneffekte festzustellen. Sie entstehen dadurch, dass der Messbereich unterschritten wird und Testpersonen mit schlechter und mäßiger Funktion nicht mehr unterschieden werden können. Das Gegenteil, nämlich Deckeneffekte bei Überschreiten des Messbereichs, waren für spezielle Punkte des KOOS und für den gesamten WOMAC zu konstatieren.

Originalpublikation: Van de Graaf VA et al. Am J Sports Med 2014, doi: 10.1177/0363546514524698

springermedizin.de, Ärzte Woche 14/2014

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