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Orthopädie 3. Dezember 2013

Ski-Unfälle: Spezial-OP renkt Schulter wieder ein

Arthroskopischer Eingriff führt zu raschem Heilungsverlauf.

Im Orthopädischen Spital Speising in Wien wird jetzt als einer der ganz wenigen Kliniken Europas bei "Schulterluxationen" (Ausrenkungen), die mit Schäden in der Gelenkspfanne einhergehen, die besonders effiziente 'Operation nach Latarjet'* arthroskopisch durchgeführt.

Zum Beginn des (meteorologischen) Winters warnen jetzt die Orthopäden: Der Wintersport birgt immense Gefahren! Gerade bei Schifahrern und Snowboardern kommt es häufig zu Gelenksausrenkungen; in der Hälfte dieser Fälle ist das Schultergelenk betroffen. Ursache ist meist ein Sturz direkt auf den ausgetreckten Arm.

Schulterspezialist Oberarzt Dr. Ulrich Lanz vom Orthopädischen Spital Speising: "Bei der Latarjet-Operation wird der so genannte Rabenschnabelfortsatz - ein kleiner Knochen in der Schulter - gemeinsam mit den daran hängenden Sehnen um nur wenige Zentimeter in den defekten Teil der Gelenkspfanne versetzt. Das ist die beste Methode, um die Schulter wieder zu stabilisieren. Nur wenige Experten beherrschen aber diese Technik arthroskopisch".

Nach drei Monaten schon Rugby spielen

"Die Resultate dieser Methode sind höchst zufriedenstellend", unterstreicht Univ. Doz. Dr. Wurnig, der als Leiter der I. Orthopädischen Abteilung in Speising auch dem Schulterteam vorsteht: "die Patienten können sofort nach der Operation ihren Arm wieder ohne Schmerzen frei bewegen. Nach sechs bis acht Wochen können sie bereits Krafttraining machen, und nach drei Monaten alle Sportarten, sogar auch Rugby, ausüben!

Diese Operationsmethode ist ein arthroskopischer, also "Schlüsselloch-" - Eingriff; er eignet sich besonders in solchen Fällen, in denen es bei einem Betroffenen mehrmals zu Ausrenkungen des Schultergelenkes gekommen ist. Doch, das ist gar nicht so selten, so der Leiter des Schulter-Spezialistenteams Dr. Lanz: "70 bis 80 Prozent der jungen aktiven Betroffenen müssen damit rechnen, dass die Schulter schon bald wieder - und dann leichter - aus dem Gelenk springt, etwa beim Auskleiden oder bei anderen Sportarten wie etwa Volleyballspielen".

* Benannt nach dem französischen Mediziner André Latarjet

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