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Orthopädie 14. November 2013

Behandlung und Prävention von postoperativen Komplikationen nach Schenkelhalsfraktur: Infektionen und Delirium

Infektionen und Delir komplizieren den Behandlungsverlauf von älteren Patienten mit hüftnahen Frakturen häufig. Eine rasche Behandlung der Komplikationen und eine erhöhte Aufmerksamkeit dafür sind nötig, um die Mortalität und Rate an verlängerten Krankenhausaufenthalten, sowie die Gefahr von Funktionalitätseinbußen zu senken.

Eine besondere Behandlung benötigen Ältere wegen der mit dem Alter einhergehenden Immunoseneszenz und der damit verbundenen höheren Infektionsrate. Viele Leitlinien der Fachgesellschaften helfen bei der Versorgung von Patienten mit nosokomialen Infektionen, aber spezielle Daten für Patienten mit Vielfacherkrankungen und Polypharmazie fehlen.

Hygienemaßnahmen haben höchste Behandlungspriorität neben den therapeutischen Interventionen von geriatrischen Syndromen wie Exsiccose, Mangelernährung, Gangstörungen, Stürzen, Delir, Inkontinenz und Organinsuffizienzen. Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken sind ebenfalls wichtig für dieses Klientel. Höheres Alter, kognitive Einschränkungen, Hörverminderung, arterielle Durchblutungsstörungen, vorangegangene Delir-Episoden, Sehbehinderung und Polypharmazie sind auch Risikofaktoren für ein postoperatives Delir – daher sind ältere Patienten mit vielen chronischen Erkrankungen besonders gefährdet.

Ein multifaktorieller Zugang unter Anwendung von standardisierten Screening Methoden, optimierter Sauerstoffversorgung, intravenöser Flüssigkeitsgabe und Nahrungssupplementierung, sowie Überwachung der Vitalfunktionen, optimierter Schmerzbehandlung und Medikation sowie Adaptierung der perioperativen Versorgung reduzieren die Häufigkeit eines Delirs während des Spitalsaufenhaltes wegen einer hüftnahen Fraktur signifikant. Ein interdisziplinäres Management mit unfallchirugischer und geriatrischer Expertise kann den Bedürfnissen von älteren Traumapatienten besser begegnen.

Prim. Dr. Peter Dovjak, Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Univ.-Doz. Dr. Peter Mikosch, Mag. Dr. Markus Gosch, Prim. Univ.-Prof. Dr. Ernst Müller, Prim. Dr. Georg Pinter, Prim. Dr. Katharina Pils, Dr. Inge Gerstofer, Dr. Heinrich Thaler, Michaela Zmaritz, Dr. Dr. Mag. Monique Weissenberger-Leduc, Dr. Walter Müller, Wiener Medizinische Wochenschrift 19/20/2013

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