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Orthopädie 18. Oktober 2012

Keine Spritze hilft

Ein Tennisellbogen lässt sich mit lokalen Spritzen, gleich ob Botox, Kortison oder Lokalanästhetikum, auf längere Sicht nicht wirksam behandeln. Das ist die ernüchternde Bilanz einer Metaanalyse. 17 randomisierte kontrollierte Studien wurden ausgewertet. Fazit: Die Injektionstherapie bei Epicondylitis radialis humeri entbehrt der wissenschaftlichen Grundlage und kann daher nicht empfohlen werden.

Die Analyse berücksichtigte acht lokale Strategien: Glukokortikoide (10 Studien), Botulinumtoxin (4), autologes Blut (3), plättchenreiches Plasma (PRP; 2) und Hyaluronsäure, Sklerosierungstherapie, Polidocanol oder Glykosaminoglykanpolysulfat (jeweils 1 Studie).

Nach der Beobachtungszeit (2–8 Monate) hatten Kortikoidspritzen gegen die Schmerzen nicht besser geholfen als Placebo (kurzfristige Effekte ausgeschlossen). Das gleiche galt für Polidocanol und Glykosaminoglykanpolysulfat. Botox schien insgesamt zwar etwas zu wirken, der Effekt gegenüber Placebo war aber marginal; zudem führte die Spritze zu vorübergehenden Lähmungserscheinungen an den Fingern.

Eine Placebo klar überlegene Wirkung zeigten die Eigenbluttherapie, auch als PRP, die Sklerosierungs- oder Proliferationstherapie, bei der eine konzentrierte Zuckerlösung unter die Haut gespritzt wird, und Hyaluronsäure. Die Aussagekraft dieser Studien sei jedoch begrenzt, so die Autoren: Nur eine der beiden PRP-Studien sowie die Studien zur „Prolo“-Therapie (mit nur 10 Patienten) und zu Polidocanol (n=18) erfüllten die Cochrane-Standards für geringes Verzerrungsrisiko. Zudem konnten nur drei Autorenteams ihre Firmenunabhängigkeit klar darlegen.

Krogh TP et al. Am J Sports Med 2012; doi: 10.1177/0363546512458237

springermedizin.de/CL, Ärzte Woche 42/2012

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