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Orthopädie 24. September 2012

Gleich lange Beine mit „Fitbone“

Ein elektronisch gesteuerter Nagel korrigiert die Länge der Beinknochen.

Das Krankenhaus Wien-Speising bietet zurzeit als österreichweit einziges Kompetenzzentrum eine besondere Technologie zur Beinverlängerung an: motorisierte Distraktionsmarknadel.

Bereits seit fünf Jahren verwenden Ärzte in Speising den sogenannten „Fitbone“. Vierzig Patienten sind damit bislang behandelt worden. „So viele, dass man sagen kann, dass diese Methode eine sehr erfolgreiche und schmerzfreie ist“, sagt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Franz Grill.

Einer der Fitbone-Experten in Speising, OA Dr. Rudolf Ganger, erläutert die prinzipiell einfache Methode: „Es handelt sich um einen speziellen Marknagel, der dem Patienten in den Oberschenkel-, oder Unterschenkelknochen implantiert wird. Dieser Nagel ist im Inneren mit einem Motor ausgestattet, der mit Strom versorgt wird und wie eine Antenne ausfährt.“ Durch diese Verlängerung des Nagels vergrößert sich der Spalt, der dem Knochen vorher chirurgisch zugeführt wird. „Damit schaffen wir quasi künstlich eine Wachstumsfuge“, so Ganger. Der Patient kann den Fitbone mit einem elektronischen Gerät selbst steuern und damit eine Beinverlängerung von einem Millimeter pro Tag erreichen.

Die Mediziner in Wien-Speising wenden diesen Wachstumsnagel ab einer Längendifferenz der Beine (im Erwachsenenalter) von 2 cm an. Bis maximal 8 cm können in einem Schritt verlängert werden. Ganger: „Das ist keine schönheitschirurgische Maßnahme – im Gegenteil: Ein solcher Ausgleich der Beinlängenunterschiede ist medizinisch notwendig, weil Längendifferenzen in den Beinen zu Rückenproblemen wie Kreuzschmerzen oder Skoliose führen können“.

Den Ärzten stehen auch andere Maßnahmen zur Beinverlängerung zur Verfügung wie externe Fixateure. Im Gegensatz zu diesen, die wie ein Gerüst rund um das Bein der – oft jungen – Patienten verlaufen, ist der Fitbone eine „elegante, komfortable und zuverlässige Lösung“, so Dr. Albert Handlbauer, weiterer Fitbone-Spezialist in Speising. Denn: Man sieht das Gerät nicht, es entstehen keine Narben und die Gelenksbeweglichkeit nach der Operation ist wesentlich besser als bei Anwendung der externen Fixateure.

www.oss.at

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