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Orthopädie 6. Juli 2012

Arthrose-Beschwerden

Erfolg mit Knorpel-Knochen-Transplantation.

Das Knie ist am häufigsten von Arthrose betroffen. Vielversprechende Studiendaten gibt es zur autologen osteochondralen Transplantation.

 

Die Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung im Erwachsenenalter, das Risiko nimmt mit dem Alter zu. So beträgt die Prävalenz einer Gonarthrose bei 20-Jährigen etwa 9 Prozent, bei 70- bis 74-Jährigen liegt sie jedoch bei über 90 Prozent, berichten Dr. Michael Räuchle vom Institut für Radiologie und Interventionelle Radiologie am Landesklinikum Waldviertel Horn in Österreich und seine Mitarbeiter (Der Radiologe 2012; 52(2): 149-155).

Risiken in Beruf und Freizeit

Ursache der meistens primären oder idiopathische Arthrosen ist ein Degenerationsprozess, das heißt eine Chondrozytenalterung mit zunehmender Apoptose und abnehmender Kollagen- und Proteoglykansynthese am Knorpel und in den Gelenkstrukturen ist. Arthrosen, die nach Verletzungen oder Erkrankungen auftreten, werden als sekundär bezeichnet.

Neben den berufsbedingten Überlastungen von Gelenken birgt auch das Freizeitverhalten gewisse Risiken, an einer Arthrose zu erkranken, so die Experten. Wiederholte Gelenktraumen, etwa Kreuzbandtraumen oder Meniskusläsionen bei Kontaktsportarten oder auch beim Skisport, steigern das Arthroserisiko beträchtlich. Am häufigsten ist das Knie das von Arthrose betroffene Gelenk. Die Inzidenz bei über 70-Jährigen wird nach Angaben von Räuchle und seinen Kollegen auf ein Prozent pro Jahr geschätzt.

Die Arthrose ist bislang kurativ nicht heilbar. Ziel der Therapie ist es, ihre Symptome zu lindern und die Progression zu verlangsamen. Eine Operation ist indiziert, wenn die Symptome mit den Befunden der klinischen und radiologischen Untersuchung korrelieren und alle konservativen Therapieoptionen ausgeschöpft sind.

Entnahme und Kultivierung der Zellen

Die letzte Behandlungsoption besteht im Einbau einer Kniegelenkprothese. Mit bildgebenden Methoden lassen sich nach der Implantation etwaige Komplikationen finden oder ausschließen. So lässt sich mit einer PET/CT eine Prothesenlockerung von einer -infektion unterscheiden.

Bei der autologen Transplantation von Chondrozyten werden Knorpelzellen aus dem Gelenk entnommen, isoliert und ex vivo kultiviert, um dann wieder in das Gelenk eingebracht zu werden und den Knorpeldefekt zu verschließen. Längerfristige Ergebnisse dieser Methode sind noch nicht vorhanden. Bei der autologen osteochondralen Transplantation werden Zylinder von Knorpel- und Knochengewebe aus einem gesunden Gelenkabschnitt entnommen und in den Knorpeldefekt transplantiert. Hier sind die Ergebnisse vielversprechend.

In einer prospektiven Studie zeigte sich in 92 Prozent der Fälle ein gutes oder sehr gutes Ergebnis, bei 81 der 98 Folgearthroskopien fanden sich kongruente Oberflächen der gelenkbildenden Knorpel und ein histologisch gesichertes Überleben der eingebrachten Knochen-Knorpel-Zylinder.

springermedizin.de/eb/FH

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