zur Navigation zum Inhalt
 
Orthopädie 7. Mai 2009

Von der Diagnose-Apparatur zur Therapieanwendung

KernspinResonanz – eine neue Behandlung für Knorpelaufbau.

Bislang wurde das Kernspin-Magnet-Resonanz-Verfahren für die Diagnoseerstellung verwendet. Seit einiger Zeit wird diese auf elektromagnetischen Wellen beruhende Technik auch in der Therapie eingesetzt. Eine neue Generation von Geräten, die mit dem sogenannten KernSpin Open System ausgestattet ist, ermöglicht neue Behandlungsformen, die zur Regeneration von Knochen und Knorpeln beitragen.

 

Herkömmliche Kernspin-Magnet-Resonanz-Geräte sind ringförmig geschlossen und haben ein zumeist pulsierendes Magnetfeld. Der Patient oder die zu behandelnden Körperteile mussten in die Röhre geschoben werden. Die neuen Apparaturen verfügen hingegen über drei magnetische Felder unterschiedlicher Beschaffenheit, die auch offenen Geräten volle Wirksamkeit verleihen. Dieses KernSpin Open System erweitert das Therapieangebot und ist deutlich patientenfreundlicher als die geschlossene Röhre. Zudem können mit Behandlungschipkarten die Behandlungsfrequenzen individuell eingestellt werden. Es zeigte sich mittlerweile, dass dieses System besonders für die Behandlung bei Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie Stoffwechselstörungen von Knochen und Knorpeln geeignet ist – also für die häufigsten Zivilisationskrankheiten der immer älter werdenden Bevölkerung.

In der Praxis erprobt

„Die magnetische Wirkung erreicht den Zellkern, lädt die Zellen auf und aktiviert sie. Dadurch wird das Knochen- und Knorpelgewebe stimuliert. Wir haben damit eine biophysikalische, kausale Therapiemöglichkeit zur Verfügung“, erklärt dazu der Wiener Orthopäde Prof. Dr. Wolfgang Schwägerl, der das Verfahren in seiner Ordination anwendet. Die Technik hat aber auch im Ludwig Boltzmann Institut für Rehabilitation interner Erkrankungen in Saalfelden sowie in den Rehab-Zentren in Linz, Maria Alm und auf der Stolzalpe ihre Unterstützer und wird an diesen Orten regelmäßig verwendet.

Schmerzreduktion, weniger Medikamente

Damit soll die symptomatische Therapie, die vorwiegend auf chemische Substanzen setzt, verdrängt oder zumindest ergänzt werden. „Die Patienten berichten über deutliche Schmerzreduktionen und Funktionsverbesserungen, vor allem bei Arthrose, Knorpelschäden, Bandscheibenschäden, Osteoporose und nach Unfällen“, berichtet Schwägerl. Die Therapieerfolge lassen sich auch nach streng wissenschaftlichen Kriterien belegen, etwa für die sehr häufige Fingergelenksarthrose. Eine Studie des Ludwig Boltzmann Cluster für Rheumatologie, Balneologie und Rehabilitation (Außenstelle Althofen), zeigt, dass sich die Handfunktionen wesentlich verbessert haben, nachdem die Patienten über neun Tage hindurch je eine Stunde KernSpin Resonanztherapie erhielten. Eine weitere Untersuchung des Ludwig Boltzmann Instituts in Saalfelden belegt eine anhaltende Verbesserung von chronischen Rückenschmerzen und mehr Beweglichkeit. Die Behandlung erfolgte im Rahmen eines Rehabilitationsprogrammes fünf Mal hintereinander für je eine Stunde. Eine Studie der Kompetenzplattform Bioengineering der FH Aachen Jülich über die Effekte der KernSpin Resonanztherapie auf Zellkulturen in vitro legte dar, dass die Zunahme der Chondrozyten gegenüber Placebo bei 271 Prozent und bei den Osteoblasten bei 290 Prozent gegenüber Placebo lag. „Diese Ergebnisse eröffnen jedenfalls neue Therapiemöglichkeiten, die für den Patienten schmerzfrei und vor allem auch ohne Nebenwirkungen sind“, fasst Schwägerl die Ergebnisse zusammen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben