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Orthopädie 8. Februar 2012

Achillessehnenriss vorhersehen

Neue Methoden erlauben einen Einblick in die biochemische Struktur der Kollagenfasern.

An der Wiener Universitätsklinik für Radiodiagnostik wurden Methoden entwickelt, die Achillessehnenschädigungen bereits in einem frühen Stadium sichtbar machen: die Natriumbildgebung und das T2*-Mapping.

 

Beide Methoden werden an der MedUni Wien am AKH Wien vor allem in der Rehabilitation von PatientInnen nach einem Achillessehnenabriss und einer Operation angewendet, um Folgeschäden ausschließen zu können. Möglich sind aber auch präventive Ansätze. Dr. Vladimir Juras, der zur Forscher-Gruppe von Prof. Dr. Siegfried Trattnig am MR-Exzellenzzentrum der MedUni Wien gehört: „Zum Beispiel wäre es für eine Fußballmannschaft spannend zu sehen, ob Spieler gefährdet sind, einen Achillessehnenriss zu erleiden.“

Natriumbildgebung

Durch die am 7-Tesla-Ultra-Hochfeld-Magnetresonanztomografen (MRT) der MedUni Wien mögliche Natriumbildgebung1 kann die Natriumkonzentration in der Sehne quantifiziert werden, die in direktem Zusammenhang mit dem Proteoglykangehalt steht. Proteoglykane sind Moleküle mit der speziellen Eigenschaft, Wasser anzusammeln und zu speichern, sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes. „Eine hohe Natriumkonzentration lässt auf eine spätere Schädigung schließen. Die Sehne ist krank“, so Juras.

T2*-Mapping

Die zweite Methode ist das T2*-Mapping2 der Achillessehne. „T2* ist ein MRT-Parameter, der das Verhalten der Wassermoleküle in gewissen Umgebungen reflektiert. T2* ist in den Sehnen hundertmal kürzer als zum Beispiel im Knorpel, weshalb man eine spezielle Sequenztechnik braucht“, erklärt Juras. „Falls sich die Struktur oder die Menge der Kollagenfasern ändert, ist T2* für diese Änderungen empfindlich.“

Kollagenfasern sind für die Zugfestigkeit der Sehnen zuständig. Die Achillessehne besteht aus mehreren Sehnenbündeln, die aus Kollagenfasern bestehen. Eine Schädigung dieser Fasern kann zum Riss der Achillessehne führen. Mit dem T2*-Mapping können Veränderungen dieser Fasern frühzeitig erkannt werden.

 

1 Juras, V. et al.: Sodium MR Imaging of Achilles Tendinopathy at 7 T: Preliminary Results. Radiology, 2012;262(1):199–205.

2 Juras, V. et al.: Regional Variations of T2* in Healthy and Pathologic Achilles Tendon In Vivo at 7 Tesla: Preliminary Results.” Magnetic Resonance in Medicine: 2012; doi:10.1002/mrm.24136

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