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Orthopädie 21. Dezember 2011

Radiotherapie gegen Fersensporn

Strahlen können nicht nur gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden.

Knochenauswüchse an der Ferse lassen sich per Strahlentherapie bekämpfen. Die Ansprechraten sind hoch. Zudem sei die Methode praktisch frei von akuten Nebenwirkungen und Strahlenspätfolgen, wie die Autoren einer Studie zum Thema mitteilen.

Beispiele der Strahlentherapie

Gutartige Erkrankungen, bei denen eine Strahlentherapie eingesetzt werden kann, sind beispielsweise entzündliche Weichteil-, degenerative Gelenk- sowie Bindegewebserkrankungen wie Arthrose, Fersensporn, Tennisellenbogen, aber auch gutartige Gefäßgeschwülste. Die verwendete Strahlendosis ist geringer als in der Krebstherapie, der Behandlungserfolg hoch. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich einer aktuellen Studie1 zur Behandlung des schmerzhaften Fersensporns hin.

Die Schmerzen werden besonders spürbar, wenn der Fuß länger nicht belastet wird. Die typischen Schmerzen morgens nach dem Aufstehen sind dafür ein Beispiel. Eine Operation kommt nur in seltenen Fällen infrage. Vielmehr kommen orthopädische Einlagen und Krankengymnastik zum Einsatz.

Schmerzbestrahlung 

Eine sichere und wirksame Methode, die Schmerzen zu lindern, ist die sogenannte Schmerzbestrahlung. „Mit der Strahlentherapie steht uns ein sehr wirksames und sicheres Behandlungsverfahren zur Verfügung. Die Ansprechraten sind mit 70 bis 100 Prozent besonders hoch“, sagt PD Dr. Oliver Micke vom Franziskus Hospital in Bielefeld, Deutschland, Initiator der Studie.

Studienergebnisse

An der Studie nahmen – aufgeteilt auf zwei Studienarme – 66 Patienten teil. Bestrahlt wurde zweimal pro Woche mit einer Standarddosis von 6 Gy (Gray) und einer sehr niedrigen Dosis von 0,6 Gy über einen Zeitraum von drei Wochen.

Die Forscher konnten nach einem Jahr nachweisen, dass die Standarddosis von 6 Gy – immer noch eine sehr geringe Dosis – die Schmerzen erheblich wirksamer und länger eindämmt als die niedrigere Dosis.

Nebenwirkungsfrei

Zudem sei die Methode praktisch frei von akuten Nebenwirkungen und Strahlenspätfolgen, so Micke, der auch stellvertretender Vorsitzender in der Arbeitsgemeinschaft „Gutartige Erkrankungen“ der DEGRO ist.

Die Bestrahlung komme für jene Fersensporn-Patienten infrage, bei denen weder die konventionelle Therapie noch die Gabe von Schmerzmitteln geholfen hat, wie DEGRO-Präsident Prof. Dr. Jürgen Dunst erklärt. Es solle jedoch nicht zu lange gezögert werden, denn je früher bestrahlt werde, umso größer sei der Behandlungserfolg. Die Therapie sei kurz, wenig planungsintensiv und sehr wirksam.

 

Niewald M. et al.: Multizentrische randomisierte Studie zur Effektivität der Strahlentherapie in Abhängigkeit von der Dosierung beim schmerzhaften Fersensporn – definitive Ergebnisse nach 12 Monaten Follow-up für die GCGBD (German cooperative Group for Radiotherapy of Benign Diseases). DEGRO-Kongress 2011 Wiesbaden.

DEGRO/ÄZ/PH, Ärzte Woche 50 /2011

  • Frau Edith Schmelzer, 21.11.2014 um 14:09:

    „Warum bestrahlen, habe mir Einlagen anpassen lassen aber nicht wo der Fuß belastet wird bei Abdruck sondern ganz entspannt ist beim sitzen.Von der Anpassung bis zur Fertigstellung der Einlage sind es ca. 45 Minuten.Bin mit Schmerzen hin und nach einer Stunde habe ich das Geschäft wie auf Wolke sieben das heißt Ohne Schmerzen wieder verlassen.Fersensporn ade.

    Jurtin medical Austria
    A9560 Feldkirchen
    Schulhausgasse 7
    Tel +43(0)4276 4306-15
    dort wurde die Einlage angepaßt.


    Edith Schmelzer
    A7511 Mischendorf
    Mühlweg 114
    043(0)6801441535“

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