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Orthopädie 1. Mai 2011

Intramedulläre Knochenmarksgewinnung unter Verwendung des RIA (reaming irrigation aspirator) Systems – eine quantitative Bestimmung

HINTERGRUND: Die autologe Knochenmarksentnahme gilt noch immer als Goldstandard für die Behandlung von Pseudarthrosen. Mit der intramedullären Knochenmarksentnahme steht eine Alternative zu bisher verwendeten Verfahren wie der Beckenkammentnahme oder der Implantierung von synthetischen Materialien für die Behandlung von Knochendefekten zur Verfügung. Das RIA System, welches mit Bohr und Saugvorrichtung übersetzt werden kann, ist ein System welches den intramedullären Druck senkt und so das Risiko einer Fettembolie deutlich reduziert. Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Quantifizierung des gewonnenen intramedullären Knochenmarkes und der Vergleich zu bereits publizierten Daten für die Beckenkammentnahme. METHODE: Acht Leichen (7 männlich, 1 weiblich, 16 Extremitäten) mit einem durchschnittlichen Alter von 68 Jahren (49 bis 79) wurden für die vorliegende Studie verwendet. Die Markraumbohrung wurde in allen acht Leichen mit zwei verschiedenen Bohrköpfen der Stärke 12 und 14 mm durchgeführt. Über einen parapatellaren medialen Zugang, wurde die Tibia antegrad und das Femur retrograd aufgebohrt. ERGEBNISSE: Eine signifikant größere Menge an intramedullärem Knochenmaterial (27 ± 12 g) wurde aus dem Femur im Vergleich zu (17 ± 9 g) aus der Tibia gewonnen (p = 0,007). Es konnte keine signifikante Korrelation mit Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Knochenlänge oder BMI erzielt werden. KONKLUSION: Unter Betrachtung unseres Ergebnisses, stellt das RIA System eine innovative Technik zur Knochenmarksgewinnung für Rekonstruktionen der unteren Extremität dar. Eine signifikant größere Menge an Knochenmark wurde aus dem Femur im Vergleich zur Tibia gewonnen (p = 0,007). Eine signifikante Korrelation mit Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Knochenlänge oder BMI konnte nicht erzielt werden. Mit unserer Studie konnte nachgewiesen werden, dass mit dem RIA-System eine ausreichende Menge an intramedullärem Knochenmark gewonnen werden kann.

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