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Fußball ist eine der häufigsten Ursachen für sportbedingte Knochenbrüche, bisher gab es aber kaum Daten über die Erfolgsraten ihrer Behandlung.
 
Orthopädie 21. Juni 2011

Knochenbrüche bei Fußballern

Unfallchirurgie ermöglicht den meisten die Rückkehr zum Sport.

Eine neue schottische Studie zeigt, dass 88 Prozent der Fußballspieler, die Brüche der unteren Extremität erlitten hatten, und 85 Prozent derer mit Brüchen der oberen Extremität nicht nur zu ihrem Sport zurückkehren konnten – 83 Prozent derer mit Bein- oder Fußfrakturen spielten sogar auf dem gleichen oder sogar einem höheren Niveau weiter als vor der Verletzung. „Diese Ergebnisse demonstrieren eindrucksvoll die Möglichkeiten der modernen Unfallchirurgie, verletzte Areale soweit wiederherzustellen, dass sie sogar komplexen Anforderungen wie denen des Fußballsports genügen können“, sagte Dr. Gregory Robertson vom Edinburgh Royal Infirmary Hospital auf dem 12. EFORT-Kongress in Kopenhagen.

Fußball ist eine der häufigsten Ursachen für sportbedingte Knochenbrüche, bisher gab es aber kaum Daten über die Erfolgsraten ihrer Behandlung. Die schottische Studie analysierte fußballbedingte Frakturen, die in den Jahren 2007 und 2008 in der schottischen Lothian-Region um Edinburgh aufgetreten waren. Die Verläufe von 366 behandelten Brüchen bei 357 Patienten wurden über 24 bis 36 Monate nachverfolgt. 32 Prozent dieser Frakturen betrafen die unteren Extremität, davon 38 Prozent den Knöchel, 22 Prozent einen Mittelfußknochen, 14 Prozent das Schienbein und 9 Prozent die Zehen. Während 65 Prozent der Patienten konservativ mit einem Gipsverband behandelt werden konnten, erlitten 35  Prozent kompliziertere Frakturen, die umfangreichere Eingriffe erforderten, etwa die Implantation von Nägeln oder Schienen.

Insgesamt kehrten 91 Prozent der konservativ behandelten Patienten durchschnittlich 17 Wochen nach der Verletzung zu ihrem Sport zurück. Von den Operierten waren dies 84 Prozent, allerdings nach einer längeren Heilungsperiode von durchschnittlich 41 Wochen. Insgesamt konnten 88 Prozent der Verletzten die sportliche Betätigung wieder aufnehmen, von denen 83 Prozent auf demselben oder sogar einem höheren Qualitätsniveau weiterspielten. „Trotz vergleichbarer Brüche kehrten von den unter 30-jährigen Sportlern 91 Prozent, von den älteren aber nur 77 Prozent zum Fußball zurück. Das legt die Schlussfolgerung nahe, dass viele mit dem Fußballspielen nicht aus physischen Motiven aufgehört haben, sondern aus anderen Motiven – etwa aufgrund der Erfahrung, welche Gesundheitsrisiken dieser Sport mit sich bringt“, so Robertson.

In vielen Fällen bedeutete die Heilung des Bruchs und sogar die Rückkehr zum Sport aber dennoch keine Rückkehr zu gesundheitlicher Normalität. 43 Prozent der in der Studie eingeschlossenen Patienten berichteten über 24 Monate nach der Fraktur über fortgesetzte Probleme. Die häufigsten Beschwerden waren Schmerzen (69 Prozent), Probleme mit Metallimplantaten (14 Prozent) und Steifheit des dem Bruch nächstgelegenen Gelenks (12 Prozent). „Zum Teil sind diese Symptome natürliche Begleiterscheinungen des Heilungsprozesses und werden vergehen, teils könnten sie bleiben“, erläuterte Dr. Robertson. „Das spiegelt den beträchtlichen Grad von Beeinträchtigung wider, die fußballbedingte Frakturen trotz allem, was die orthopädische Chirurgie anzubieten hat, immer noch mit sich bringen.“

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