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Orthopädie 21. Juni 2011

Hüftfrakturen bei älteren Menschen

Neue Erkenntnisse ermöglichen bessere Rehabilitation.

Die Wiederherstellung der Mobilität ist oberstes Ziel der Rehabilitation nach Hüftgelenksfrakturen. 24 Prozent aller Betroffenen erreichen dieses Ziel jedoch nicht und können nach Abschluss der Spitalsbehandlung nicht nach Hause entlassen werden. Eine dänische Studie zeigt Kriterien, mit denen sich immobilitätsgefährdete Patienten vorab erkennen lassen.

Selbständige Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Geht sie verloren, verlieren Patienten auch wesentliche Aspekte der Lebensqualität. Üblicherweise müssen die Betroffenen dann in Pflegeheime eingewiesen werden, was das Gesundheitssystem mit enormen Kosten belastet. „Daher müssen wir alles tun, um das zu verhindern. Dafür haben wir nun noch bessere Grundlagen“, so der führende Autor der Studie, Dr. Morten Tange Kristensen, Kopenhagener Universitätsspital in Hvidovre, DK, am EFORT-Kongress.

Untersucht wurde der Heilungsverlauf von 213 Patienten im Durchschnittsalter von 82 Jahren, die vor ihrer Hüftfraktur eigenständig zu Hause gelebt hatten. 24 Prozent von ihnen erreichten ihre selbständige Mobilität trotz multimodalen Fast-Track-Rehabilitationsprogramms während der Spitalsbehandlung nicht wieder. Die Auswertung ergab dafür drei unabhängige Risikofaktoren: das Alter, die Art des Bruchs sowie den mobilen Funktionsstatus vor der Verletzung. Patienten, die schon vor der Fraktur Mobilitätsprobleme hatten, wiesen dabei ein sechsfach höheres Risiko auf und jene mit intratrochantärer Fraktur ein vierfach erhöhtes. Weiters stieg das Risiko für Immobilität mit jedem zusätzlichen Lebensjahr um neun Prozent.

„Mithilfe dieser Daten können wir nun im Vorhinein ermitteln, welche Personen wahrscheinlich Mobilisierungsprobleme zu erwarten haben, und ihre Rehabilitation entsprechend optimieren“, sagte der Experte. „So können wir etwa dem für intratrochantäre Frakturen typischen Verlust an Muskelkraft durch früheres und intensiveres Krafttraining entgegenarbeiten. Weitere Studien sollten untersuchen, ob diese oder andere Interventionen auch Ödeme am Ort der Fraktur verringern können, die mit einen Faktor für den Verlust an Muskelkraft darstellen.“

 

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