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Orthopädie 1. April 2011

Übersicht: Behandlungskonzepte der bakteriellen Kniegelenksinfektion Pathophysiologie, Diagnostik, und Therapie

Die Behandlung der bakteriellen Kniegelenksinfektion erfolgt durch die arthroskopische Revision mit Spülung und Debridement sowie systemischer Gabe von Antibiotika. Dieser Artikel fasst die relevanten Untersuchungen zu Pathophysiologie, Infektklassifikation, klinischen Symptome mit dazugehöriger Diagnostik und stadiengerechter Therapie der Kniegelenksinfektion zusammen. Die wichtigsten Behandlungsprinzipien sind die Gelenkdekompression mit Eliminierung der Bakterien sowie proteolytischer und lysosomaler Enzyme durch eine intensive Gelenkspülung. Das Debridement sollte auf nekrotische synoviale und periartikuläte Strukturen begrenzt bleiben mit der Zielsetzung die Synovia als natürliche Barriere und immunkompetentes Organ zu erhalten. Gute Ausheilungsergebnisse konnten durch die arthroskopische Spülung mit Debridement bei stadiengerechter Therapie erzielt werden. Die Infektklassifikation nach Gächter mit den Stadien I–IV wurde dabei am häufigsten genutzt, wobei diese die pathophysiologischen Stadien widerspiegelt. Für die Infektstadien I–III ist die arthroskopische Gelenkrevision mit Spülung und Debridement effektiv, die bei persistierendem Infektgeschehen auch wiederholt werden kann. Die Häufigkeit der wiederholten arthroskopischen Spülung hängt von dem primären Infektstadium ab und schwankt zwischen 0 und 41% der Fälle. Für das Infektstadium IV nach Gächter sowie für persisitierende Infektionen trotz mehrfacher arthroskopischer Spülung weniger schwerer Infektstadien (I–III) wird die offene Gelenkrevision empfohlen. Die Ausheilungsrate der Kniegelenksinfektionen durch die arthroskopische Revision liegt derzeit bei 90 bis 100 %.

Atesch Ateschrang, Dirk Albrecht, Steffen Schroeter, Kuno Weise, Jürgen Dolderer, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2011

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