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Orthopädie 1. Februar 2011

Vorteile der anteromedialen Plattenlage bei Osteosynthese der Frakturen im mittleren Drittel des Humerusschaftes

HINTERGRUND: 1,2 % aller Frakturen entfallen auf Humerusschaftfrakturen, die unter etwas jüngeren Altersgruppen verzeichnet werden. Stolpern, Abstürze oder Verkehrsunfälle zählen zu den Ursachen, obwohl diese Frakturen auch pathologisch bedingt sein können. Um die Frage zu klären, welche von den zwei chirurgischen Behandlungen, die in unserer Abteilung für Behandlung von Humerusschaftfrakturen durchgeführt werden mehr Vorteile aufweist (anterolaterale oder anteromediale Platte durch anterolaterale Methode), haben wir die Inzidenz der postoperativen iatrogenischen Radialislähmungen und die jeweilige durchschnittliche Operationsdauer analysiert. METHODEN: Im Zeitraum von Januar 1992 bis Dezember 2009 wurden an der Traumatologie der chirurgischen Abteilung des Klinikzentrums Rijeka (KBC Rijeka) Frakturen im mittleren Drittel des Humerusschaftes von 420 Patienten (340 männliche und 80 weibliche Patienten im Durchschnittsalter von 38,11 ± 9,29 Jahren) behandelt. Dabei wurde die anterolaterale Methode und die interne Fixation mit Hilfe von AO/DCP oder LCP-Platten angewandt, die bei 141 Patienten (33,57 %) auf die anteromediale und bei 279 Patienten (66,43 %) auf die anterolaterale Humerusfläche gelegt wurde. ERGEBNISSE: Kein Patient, bei dem die Platte in der Osteosynthese auf der anteromedialen Humerusfläche angewandt wurde, hatte Läsion des Radialnervs. Demzufolge zeigte der χ2 Test eine erheblich höhere Häufigkeit von postoperativen Verletzungen des Radialnervs bei denjenigen Patienten, bei den die anterolaterale Platte angewandt worden ist als bei denjenigen, bei denen die anteromediale Platte gelegt worden ist (χ2 = 17,51; p < 0,05). Die Anwendung der anterolateralen Platte benötigte eine längere durchschnittliche Operationszeit als die der anteromedialen Platte. Die unterschiedliche Dauer, bestimmt durch den t-Test für unabhängige Muster, zeigte einen statistisch bedeutenden Unterschied. (t= 14,57; p< 0,05). SCHLUSSFOLGERUNG: Die Anwendung der anteromedialen Platte bei Humerusschaftfrakturen durch anterolaterale Methode hat sich als einfache, sichere, wirksame und als schnelle chirurgische Behandlung erwiesen. Demzufolge wird unsererseits diese Operationstechnik zur Behandlung von Humerusschaftfrakturen nachdrücklich empfohlen.

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