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Orthopädie 8. Juni 2010

Kein Todesurteil: Knochenmetastasen

Am europäischen Orthopädiekongress in Madrid wurden auch Fortschritte im onkologischen Bereich diskutiert.

Eine möglichst frühe Behandlung von Knochenmetastasen bringt für betroffene Patienten einen Gewinn an Lebensqualität und kann die Erkrankung stoppen.

Der EFORT-Präsident Prof. Miklós Szendröi aus Budapest diskutierte bei der Jahrestagung der European Federation of National Associations of Orthopedics and Traumatology in Madrid aktuelle Fortschritte in der Therapie von Knochenmetastasen. Etwa ein Viertel aller Krebspatienten entwickelt im Krankheitsverlauf Knochenmetastasen, rund fünf Prozent der Betroffenen erleiden behandlungsbedürftige Knochenbrüche. „In der Vergangenheit konnten wir Patienten mit Knochenmetastasen keine Therapie oder bestenfalls eine Behandlung ihrer Schmerzen anbieten, die Diagnose bedeutete ein Todesurteil. Heute leben die meisten Betroffenen noch Jahre“, so Szendröi.

Ein Paradigmenwechsel in den Behandlungsansätzen hat in den vergangenen Jahren diese Fortschritte ermöglicht. Multidisziplinäre Behandlungsteams, bestehend aus Onkologen, Radiologen und chirurgischen Fächern, entscheiden über die im Einzelfall optimale Therapie. Die Lokalisation und Histologie des Tumors, die Zahl und Lage der Metastasen und eine Reihe von anderen prognostischen Faktoren spielen hier eine Rolle.

„Einzeln auftretende Metastasen behandeln wir so radikal wie möglich. Es hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass das eine echte Heilungschance eröffnet”, berichtete Szendröi.

Zunehmend stehen neue zielgerichtete Therapien zur Verfügung, die zu einer weiteren Verbesserung der Überlebenschancen beitragen können. Bisher setzten die meisten Chemotherapien an der Verhinderung der Teilung von Tumorzellen an, während therapeutische Substanzen wie Sunitinib oder Sorafenib deren Signalwege zerstören.

 

www.efort.org

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