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Orthopädie 16. September 2009

Frakturen im osteopenischen Bereich

Ein signifikant hoher Anteil an Patienten mit einem nichtosteoporotischen T-Score weist ein hohes Risiko für vertebrale Frakturen auf. Zu diesem Ergebnis kam eine österreichische Studie, die die Prävalenz von Wirbelbrüchen bei Patienten mit osteopenischer Knochenmineraldichte sowie die Risikofaktoren über dem osteoporotischen WHO-Schwellenwert des T-Scores ermittelte. Im Jahr 1994 wurde die bis heute gültige WHO-Definition für Osteoporose durch Messung der Knochenmineraldichte mittels DXA an der Hüfte mit einem Grenzwert des T-Scores von < –2,5 etabliert. Diese Definition dient seitdem als Interventionsschwelle für spezifische pharmakologische Therapiemaßnahmen. Faktum allerdings ist, dass eine Vielzahl von Frakturen schon früher bei Knochendichtewerten im „nur“ osteopenischen Bereich auftreten.

In einer Studie an fast 700 Patienten mit Wirbelkörperfrakturen wurde der Knochenstatus erhoben. Dabei zeigte sich, dass ein hoher Anteil der Patienten (31 %) gemäß der DXA-Messung eigentlich noch nicht als frakturgefährdet gelten würde. Alter, hoher BMI und Vitamin-D-Status waren mit einem erhöhten Frakturrisiko verbunden. Die Messung am Schenkelhals ist der Messung an der Lendenwirbelsäule vorzuziehen, da osteopenische T-Score-Werte in dieser Lokalisation niedriger liegen und so eher der WHO-Definition entsprechen. Insgesamt unterstreichen diese Ergebnisse, dass für die Abschätzung des Frakturrisikos auch andere klinische Risikofaktoren entscheidend sind und präventive Maßnahmen viel früher angesetzt werden sollten, um so wichtige Komplikationen zu verhindern.

 

Der Originalartikel kann in der Wien Klin Wochenschr (2009) 121: 528–536; DOI 10.1007/s00508-009-1216-5, © Springer-Verlag 2009, nachgelesen werden.

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