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Explorative Thorakotomie und ihr Einfluss auf die Überlebensdauer von Lungenkrebspatienten

ZIEL: Erfassung der diagnostischen Maßnahmen, der Gründe für eine explorative Thorakotomie (ET), der Ursachen für die Inoperabilität eines Lungenkarzinoms, der Möglichkeit einer reduzierten ET und des Einflusses einer ET auf das Überleben. PATIENTEN UND METHODEN: Von 1990 bis 1999 wurden 1808 Patienten operiert. Eine ET wurde bei 165 (9,1%) durchgeführt. Insgesamt konnten 131 ET-Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Die Patienten hatten folgende klinische Stadien: IA bei 3 Patienten, IB bei 28 Patienten, IIA bei 1 Patienten, IIB bei 35 Patienten, IIIA bei 50 Patienten, IIIB bei 10 Patienten (alle wegen Befall des Mediastinums) und IV bei vier Patienten (bei drei davon wegen ipsilateralen Lungenmetastasen bei einem Patienten wegen einer Nebennierenmetastase). Um Unterschiede in der Überlebensrate zu berechnen, wurde mit 130 nicht operierten Patienten mit vergleichbarer Charakteristik (Geschlecht, Alter, klinisches Stadium, Performance, Histologie und Begleiterkrankungen) aus dem Zeitraum 1996–1998 verglichen. ERGEBNISSE: Folgende diagnostische Maßnahmen wurden vor einer ET durchgeführt: Bronchoskopie bei allen Patienten, transthorakale Nadelbiopsie bei 13 Patienten, zervikale Mediastinoskopie bei 9 Patienten, parasternale Mediastinoskopie bei 2 Patienten und Thorakoskopie bei 2 Patienten – keine dieser Maßnahmen gab bei den untersuchten Patienten Hinweise auf Inoperabilität. Eine CT-Thorax wurde bei 118 Patienten durchgeführt und ließ eine Resezierbarkeit in 33% sicher, in 64% nur fraglich und eine fehlende Resezierbarkeit in 3% wahrscheinlich erscheinen. Das klinische Staging stimmte mit dem chirurgischen in 3% der Fälle im Stadium IIB, in 24% der Fälle im Stadium IIIA, in 100% der Fälle im Stadium IIIB, und in 75% der Fälle im Stadium IV überein. Die 30-Tage-Mortalität betrug 4,6%. Die Gründe für eine ET waren: Diagnose eines präoperativ nicht verifizierten Tumors bei einem Patienten, Notwendigkeit einer Pneumonektomie wegen schlechter Lungenfunktion bei 11 Patienten, fehlende Resezierbarkeit bei 119 Patienten (bei 98 Patienten wegen Befalls des Mediastinums, bei 3 Patienten wegen Befalls der Thoraxwand, bei einem Patienten wegen Befalls eines Wirbelkörpers, bei 17 Patienten wegenBefalls der Pleura). Eine ET hätte bei 15 (11%) Patienten vermieden werden können. Die mediane Überlebenszeit betrug für beide Gruppen (Kontrolle und ET) 11,1 Monate. Es konnte kein signifikanter Unterschied in der Überlebensrate festgestellt werden (p = 0,420). SCHLUSSFOLGERUNG: Eine genauere präoperative Abklärung könnte eine ET teilweise vermeiden. Bei Patienten mit eingeschränkter pulmonaler Reserve kann eine ET allerdings weder in Fällen einer größer als vorhergesehenen Resektion vermieden werden, noch als Folge intraoperativer Komplikationen. Trotz intraoperativer Mortalität war die Überlebensrate der Patienten mit ET mit der nicht operierter Patienten in unserer Studie vergleichbar.

Lučka Debevec, Janez Eržen, Andrej Debeljak, Anton Crnjac, Viljem Kovač, Wiener klinische Wochenschrift

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