zur Navigation zum Inhalt
 

Gerade in der Weihnachtszeit: Spiel nicht mit dem Feuer!

In der Vorweihnachtszeit steigt das Risiko von Brandverletzungen im Jahresvergleich dramatisch an. Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) rät daher beim Umgang mit offenem Feuer, Feuerwerkskörpern oder heißen Flüssigkeiten zu besonderer Umsicht und betont, dass der Prävention größte Aufmerksamkeit zukommen sollte.

Mit dem Beginn der Vorweihnachtszeit verzeichnen Österreichs Brandverletzten-Zentren Jahr für Jahr einen sprunghaften Anstieg von Brandverletzungen. Besondere Gefahrenquellen stellen dürre Adventkränze, Christbäume oder Kerzen dar. „Der Vorbeugung kommt hier eine wichtige Rolle zu, da Brandverletzungen schwierig zu behandeln sind und der Heilungsprozess oft sehr langwierig, schmerzhaft und meist mit Narbenbildung verbunden ist“, so Univ. Doz. Dr. Lars-Peter Kamolz, Plastischer Chirurg, Zentrum für Schwerbrandverletzte, AKH Wien.

Risikogruppe Kleinkinder

Aktuelle Daten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit besagen, dass 39 Prozent aller Verbrennungs- und Verbrühungsopfer, die hospitalisiert werden müssen, das heißt 3.200 der rund 8.300 Fälle, Kinder unter fünf Jahren sind. Sie sind besonders gefährdet, da sie die Gefahren, die der Umgang mit Feuer oder heißen Flüssigkeiten und Gegenständen in sich birgt, nicht abschätzen können. Bereits der Inhalt einer heißen Tasse Tee reicht aus, um bei Kleinkindern 30 Prozent der gesamten Körperoberfläche zu verbrühen.
Die Bestimmung des Schweregrades der Brandwunde ist für die nachfolgende Behandlung von größter Wichtigkeit. „Je nach Tiefe der Verletzung bedarf es einer tiefenspezifischen Behandlung. Daher sollte die exakte Tiefenbestimmung nur von einem Arzt vorgenommen werden, der Erfahrung mit Brandverletzungen und deren Einstufung hat“, fordert Kamolz. Ab einer Verbrennungstiefe zweiten Grades und einer Verbrennungsfläche von mehr als 20 Prozent bei Erwachsenen, zehn Prozent bei Kindern und fünf Prozent bei Säuglingen muss mit einem Verbrennungsschock und somit einer lebensbedrohlichen Situation für das Unfallopfer gerechnet werden. „Für die Schwere der Verbrennung ist nicht nur der Grad der Verbrennung, sondern auch die Größe der betroffenen Stelle von entscheidender Bedeutung“, präzisiert Kamolz.

Chirurgische Optionen

Modernste chirurgische Verfahren, wie die Züchtung und klinische Anwendung menschlicher Haut (Tissue-Engineering), die frühzeitige Nekrosektomie (Entfernung von verbranntem, abgestorbenem Gewebe) und die frühzeitige Deckung von Defekten, sind Schlüsselpunkte in der Behandlung von schweren Brandverletzungen. Auch die verbrennungsspezifische Intensivmedizin hat sich enorm weiterentwickelt. Kamolz betont: „Der facettenreiche medizinische Fortschritt hat dazu geführt, dass heute bei der Behandlung von schweren Brandverletzungen nicht mehr das Überleben allein zählt. Wesentliche Bedeutung haben heute auch die wiedererlangte Lebensqualität und die Wiederherstellung von Funktionalität und Ästhetik der verbrannten Körperstellen.“

Quelle: Presseaussendung der ÖGPÄRC

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben