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Rauchverhalten gefäßchirurgischer Patienten während des stationären Aufenthaltes im Krankenhaus

EINLEITUNG: Das Rauchen von Zigaretten ist ein anerkannter und wichtiger Risikofaktor in der Entstehung und Progression von Atherosklerose. Daher sind Raucherentwöhnungsprogramme vor gefäßchirurgischen Intervention ein wichtiger Bestandteil des Therapiekonzeptes. Das Ziel dieser prospektiven Studie war es, das Rauchverhalten angiologischer und gefäßchirurgischer Patienten vor und nach Interventionen zu erfassen. Weiters sollte die Notwendigkeit, im Rahmen der Hospitalisierung Raucherberatung und Nikotinersatztherapie zu initiieren, erhoben werden. METHODIK: 500 zu gefäßchirurgischen Interventionen stationär behandelte Patienten wurden in dieser Studie erfasst. Bei allen Patienten wurde präoperativ sowie nach Mobilisierung nach objektiven und subjektiven Kriterien der Raucherstatus erhoben. Es wurden sowohl Kohlenmonoxyd in der Ausatemluft sowie ein Fagerström Test erfasst. ERGEBNISSE: Von 500 in dieser Studie erfassten Patienten hatten 70 (14 %) nie geraucht, 243 (49 %) vor Behandlungsbeginn das Rauchen beendet, 161 (32 %) waren zum Aufnahmezeitpunkt aktive Raucher. Von diesen haben 64 (40 %) während des Krankenhausaufenthaltes nicht geraucht; 97 Patienten (60 %) rauchten während der Hospitalisierung weiter. Von diesen waren 78 Patienten (80 %) Männer, 19 Frauen. Deren mittleres Alter betrug 61 ± 4 Jahre (40 Jahre bis 84 Jahre). Vier Patienten wurden wegen eines infrarenalen Bauchaortenaneurysma operiert, 40 Patienten hatten cerebrale arterielle Verschlusskrankheit (CAVK) und 53 Patienten wurden wegen peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) behandelt. Es zeigte sich bezüglich des Zigarettenkonsums sowie Fagerström Werten bei Patienten die abstinent waren und denen, die weiter rauchten, kein Unterschied. Patienten mit CAVK rauchten weniger häufig während ihrer Hospitalisierung (P = 0.006), wohingegen Patienten mit PAVK signifikant häufiger weiterrauchten (P = 0.004). 65 % der Patienten, die im Krankenhaus weiterrauchten, gaben an, das Rauchverbot unterstützt durch Raucherberatung und Nikotinersatztherapie einhalten zu wollen. Aufgeteilt auf Lokalisation der Atherosklerose waren Patienten mit PAVK weniger als Patienten mit CAVK gewillt, das Rauchverbot im Krankenhaus einzuhalten (53 % vs. 88 %; P < 0.001). SCHLUSSFOLGERUNG: Mehr als die Hälfte der Patienten, die zum Zeitpunkt der Aufnahme geraucht haben, haben dies auch während des Krankenhausaufenthaltes – somit in einem Umfeld, in dem Rauchverbot herrscht – fortgesetzt. Es besteht dringender Bedarf an Raucherberatung und Nikotinersatztherapie für stationäre Patienten.

Afshin Assadian, Romana Rotter, Christian Senekowitsch, Ojan Assadian, Georg W. Hagmüller, Michael Kunze, Wiener klinische Wochenschrift

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