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Indikationen zur chirurgischen Therapie von Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle

Das Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist das 6.häufigste Malignom bei Männern. In 10% besteht eine erbliche Disposition. Ätiologisch steht das Rauchen als Lieferant von Karzinogenen im Vordergrund (90% der Erkrankten sind Raucher). Alkohol ist ein Amplifikator. Chromosomenverluste und Genmutationen sind beschrieben. 6–10 voneinander unabhängige Chromosomenschädigungen führen in einer Progressionskette zum manifesten Tumor. Die Erfassung des Primärtumors erfolgt wegen fehlendem routinemäßigem Screening in Mitteleuropa im Schnitt in Stadien über T2. Inspektion, Endoskopie, CT, MR dienen der Festlegung der Ausdehnung der Primärläsion, Ultraschall, eventuell CT dienen der Beurteilung der Lymphknotenbeteiligung, Lungenröntgen, eventuell CT, Oberbauchsonographie, Ganzkörperknochenszintigraphie detektieren die Nah- und Fernmetastasierung. Die bevorzugten Therapieoptionen sind Radiatio oder Chirurgie für die Stadien T1 und T2 sowie kombinierte Radio(Chemo)therapie und Chirurgie für die fortgeschrittenen Tumoren. Die 5-Jahres-Überlebenszeit liegt für T1 und T2 Stadien zwischen 80% und 100%, für die höheren Stadien bei kombinierter Therapie zwischen 55% und 62%. Da Rezidive und Metastasen mit sehr ungünstigen Prognosen behaftet sind, ist die suffiziente und radikale Ersttherapie bedeutungsvoll. Palliative Chemotherapien haben statistisch keine lebensverlängernde Wirkung, können aber eventuell noch funktionelle Erleichterungen verschaffen.

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