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Handchirurgie: Die aktuellen Trends 2

"Strecksehnen-Verletzungen ohne Einwirkung großer Kräfte treten nur am Endglied der Finger auf. Dort reißt die Strecksehne auch bei leichter Krafteinwirkung, was wir einen gedeckten Strecksehnenriss nennen", erklärt Dr. Martin Leixnering, Vorstand der Handambulanz im Lorenz-Böhler Unfallkrankenhaus, Wien. 

"Im Vergleich zu Verletzungen der Beugesehnen sind Verletzungen der Strecksehnen harmlos, sowohl was die operative Versorgung als auch die Prognose betrifft." Übliche Strecksehnen-Verletzungen kommen durch Schnittverletzungen mit scharfen Gegenständen zu Stande. "Jeder einzelne Finger muss nach einer solchen Verletzung sorgfältig geprüft werden, da die Strecksehnen zum Teil miteinander verbunden sind. Auch nach jeder Schnittwunde an der Hand muss gründlich nach Sehnenverletzungen gesucht werden", hebt Leixnering hervor. Notfalls müsse dafür auch der Schnitt vergrößert werden, so Leixnering.

Röntgenbilder helfen bei einer Strecksehnen-Verletzung nicht weiter. Nur bei der Diagnostik eines gedeckten Strecksehnen-Ausrisses am Endglied sei eine Röntgenaufnahme sinnvoll. Die besten Ergebnisse bei einer Durchtrennung der Strecksehne am Handrücken und über dem Handgelenk verspricht die Naht der Sehnenstümpfe innerhalb von 4 Wochen. "Je früher die Behandlung aber von einem Spezialisten eingeleitet wird, umso besser wird das Ergebnis", betont Leixnering. Das Nähen ist praktisch immer in regionaler Betäubung möglich. 

Primärer Einsatz von Schienen

Bei gedeckten Strecksehnen-Ausrissen am Endglied kann nicht genäht, sondern muss konservativ vorgegangen werden. Für mindestens 8 Wochen kommt eine spezielle kleine Kunststoffschiene zur Anwendung, die das Endglied in Streckung hält. Knöcherne Ausrisse können mit einer kleinen Titanplatte und einer Minischraube oder einem Draht refixiert werden. Für die Nachbehandlung bei Strecksehnen-Verletzungen am Handrücken und über dem Handgelenk wird eine dynamische Schiene mit einer Stahlblattfeder für 3 Wochen angepasst. Danach kann der Patient die Belastung der Sehne zügig steigern. Die allgemeinen Operationsrisiken wie Blutung, Infektion und Wundheilungsstörung sind an der Hand selten, ebenso Komplikationen, die weitere Eingriffe erforderlich machen. Das Endergebnis ist daher laut Leixnering in der Regel hervorragend.

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