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Antithrombotische Therapie beim femoropoplitealen Venenbypass

GRUNDLAGEN: Die postoperative orale antithrombotische Therapie beim femoro-poplitealen Venenbypass wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Ziel dieser Studie war es, Offenheitsrate, Morbidität und Mortalität von primären femoro-poplitealen Venenbypasses unter postoperativer oraler Antiaggregation mit solchen unter postoperativer oraler Antikoagulation zu vergleichen. METHODIK: Es handelt sich um eine retrospektive Studie mit prospektiv erhobenen Daten an einem universitären Zentrum für vaskuläre und endovaskuäre Chirurgie. Die Patienten erhielten einen primären femoro-poplitealen Venenbypass mit reversierter Vena saphena magna. ERGEBNISSE: Von Jänner 2000 bis Dezember 2003 erhielten 234 Patienten 243 primäre femoro-popliteale Venenbypasses. Postoperativ wurden eine orale Antiaggregation (Aspirin® 100 mg/Tag) oder eine orale Antikoagulation (Phenprocoumon oder Acenocoumarol, INR: 2–4) verschrieben. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Offenheitsrate zwischen der Aspiringruppe (AGG) und der oralen Antikoagulationsgruppe (AC) zu jedem gemessenen Zeitpunkt. Nach 1 Jahr war die primäre Bypassoffenheitsrate in der AGG 90% und in der AC 91%, beziehungsweise nach 6 Jahren 86% und 91% (p = 26). In der AGG starben 69 von insgesamt 195 Patienten und in der AC starben 17 von insgesamt 39 Patienten (risk ratio 80%; confidence interval 0,5–1,2; p > 0,05). Postoperative Blutungen mit tödlichem Ausgang ereigneten sich in 3 Patienten (alle in der AGG, p = 0,59). Der Extremitätenerhalt wurde in der AGG in 97% und in der AC in 93% erreicht. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Wir konnten bezüglich Bypassoffenheitsrate, Morbidität und Mortalität keinen signifikanten Unterschied zwischen Patienten mit postoperativer oraler Antiaggregation und solchen mit postoperativer oraler Antikoagulation nach femoro-poplitealem Venenbypass nachweisen.

K. Linni, W. Hitzl, Th. Greim, S. Hittler, J. Uy, S. Koulas, A. Ugurluoglu, Th. Hölzenbein, European Surgery

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