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Biomechanische Untersuchung zur Verstärkung des Nahtlagers bei medianem Bauchwandhernienverschluss

GRUNDLAGEN: Unbefriedigend hohe Raten an Narbenhernien nach Medianlaparotomien und Rezidiven nach Narbenhernienoperationen haben uns dazu veranlasst, eine neue Nahttechnik zum Bauchdeckenverschluss zu entwerfen. METHODIK: In unserem Krankenhaus haben wir bei 38 Obduktionen die linea alba exakt in der Mitte eröffnet und an einer Seite einen Faden parallel zum Faszienrand in die Faszie eingenäht. Über diesen wurde im Oberbauch, im Nabelbereich und im Unterbauch je eine Einzelknopfnaht angelegt, an der gegenüberliegenden Seite wurden adäquate Einzelknopfnähte ohne Longitudinalfaden gestochen. Alle Einzelknopfnähte wurden nun mit einem Tensiometer bis zum Fadenausriss aus dem Gewebe belastet, die Messergebnisse wurden mit dem Mann–Withney U-Test statistisch ausgewertet. ERGEBNISSE: Die mediane Ausrisskraft lag auf der unverstärkten Seite bei 67,5 N, auf der fadenverstärkten Seite bei 113,3 N (p < 0,0001). Wurde bei der Einzelknopfnaht in 77,2% die Ruptur durch das Durchschneiden des Fadens durch das Gewebe hervorgerufen, konnte dies bei der reinforced tension line (RTL)-Seite immer verhindert werden. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die RTL-Nahttechnik zeigte durch Verstärkung des Nahtlagers eine signifikante Erhöhung der Nahtrückhaltekraft. Diese einfache Technik kann somit für den primären Bauchdeckenverschluss als auch bei Narbenhernien (bis zu einer zusätzlichen Zugbelastung von 40 N) verwendet werden. Beim klinischen Einsatz bzw. bei prospektiv randomisierten Studien sollte die RTL-Technik den herkömmlichen Bauchdeckenverschlusstechniken gegenübergestellt werden.

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