zur Navigation zum Inhalt
 

Etablierung eines Programms für minimal invasive Mitraklappenoperationen an der Univ. Klinik Innsbru

GRUNDLAGEN: Die minimal-invasive Mitralklappenrekonstruktion zeigt zunehmende Beliebtheit in wenigen selektierten herzchirurgischen Zentren weltweit. Diese Studie fasst die initialen Ergebnisse in der Entwicklungsphase eines derartigen Operationsprogramms an der Medizinischen Universität Innsbruck zusammen. METHODIK: Von 2001 bis 2005 wurden insgesamt 42 Patienten für eine minimal-invasive Mitralklappenoperation (miniMV) ausgewählt. Im gleichen Zeitraum wurden 64 konventionelle isolierte Mitralklappenrekonstruktionen (conMV) aufgrund einer isolierten nicht-ischämischen, nicht-infektiösen Mitralklappenerkrankung bei 64 Patienten durch eine mediane Sternotomie durchgeführt. ERGEBNISSE: In beiden Gruppen waren keine perioperativen Todesfälle zu verzeichnen. Das mittlere Alter betrug 54,1 ± 11,8 Jahre in der miniMV-Gruppe und 63,7 ± 11,3 Jahre in der conMV-Gruppe (p < 0,001). Die portaccess-Technik mit endovaskulärer Aortenklemmung wurde in den initialen 3 Fällen angewendet (7,3%) und aufgrund von technischen Problemen zugunsten der transthorakalen Aortenquerklemmung (Chitwood-Klemme) verlassen. Die Konversionsrate zur medianen Sternotomie betrug 2,4% (1 Patient) in der frühen Entwicklungsphase dieses Programms. Eine Reexploration aufgrund einer Blutung in der conMV-Gruppe (1,6%) und 1 in der miniMV-Gruppe (2,4%, thorakoskopisch) mussten durchgeführt werden. In der conMV-Gruppe erfolgten 2 valvuläre Reoperationen (3,1%), jedoch keine in der miniMV-Gruppe (0%). Im follow-up zeigte sich eine asymptomatische Lungenherniation bei 1 Patienten (2,4%) und unkomplizierte Lymphfisteln im Bereich der Leiste in 7 Patienten (17,1%). Die funktionellen Ergebnisse hinsichtlich restlicher Mitralinsuffizienz waren vergleichbar gut in beiden Gruppen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die minimal-invasive Mitralklappenchirurgie ist zur Behandlung isolierter degenerativer Mitralklappenerkrankungen ideal geeignet und zeigt gleich gute funktionelle Ergebnisse bei deutlich besseren kosmetischen Ergebnissen und kürzerer Rehabilitationsdauer. Diese Technik sollte jedoch nicht bei Patienten mit schwerer Aortensklerose und pleuralen oder parenchymatösen Lungenerkrankungen angewendet werden.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben