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Minimal-invasive Chirurgie in der Behandlung des Morbus Crohn – Indikationen, Technik und Ergebnisse

GRUNDLAGEN: Bis zu 80 % aller Patienten mit Morbus Crohn erfahren eine oder mehrere Operationen während des Verlaufs ihrer Krankheit, trotz der Tatsache, dass die konservative Therapie zunächst die Hauptrolle spielt. Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Crohn-Chirurgie sind gut bewiesen, aber die Biologie der Erkrankung verursacht Re-Operationen bei bis zu 50 % aller Patienten. So muss das Ziel der heutigen chirurgischen Behandlung vor allem in der Reduktion des operativen Traumas unter Einhaltung etablierter Thearpiemodalitäten bestehen. Die minimal-invasive Chirurgie (MIC) erscheint in diesem Zusammenhang besonders geeignet, um diesen Anforderungen zu entsprechen. METHODIK: Von 8/94 bis 12/03 unterzogen sich 60 Patienten mit Morbus Crohn einer minimal-invasiven chirurgischen Therapie. Das Durchschnittsalter der 38 Frauen und 22 Männer betrug 33,1 Jahre (16–63Jahre). Indikatonen für die laparoskopisch assistierte Ileozeokalresektion (n = 33), Rechts-Hemikolektomie (n = 3), Links-Hemikolektomie (n = 3), Sigmaresektion (n = 4), Kolektomie (n = 1), Kolostomie (n = 2) oder Ileostomie (n = 14) waren ein Versagen der medikamentösen Therapie oder symptomatische Stenosen. Ausschlusskriterien für die laparoskopische Behandlung waren große intraabdominelle Abszesse oder Fisteln, akuter Ileus oder Perforation und toxische Kolitis. ERGEBNISSE: Bei 57 Patienten konnte die Operation laparoskopisch beendet werden. In 3 Fällen bedingten multiple Adhäsionen die Konversion zur Laparotomie. Es gab keine intraoperativen Komplikationen. Die mittlere Operationszeit betrug 145 min (35–360 min). In 3 Fällen führten postoperative Komplikationen (Dünndarmileus, diffuse Blutung, Peritonitis) zu erneuter Operation. 6 Monate postoperativ trat eine parastomale Hernie auf. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Unsere Ergebnisse zeigen in Übereinstimmung mit den 885 in der Literatur dargestellten Fällen, dass laparoskopisch assistierte Darmresektionen und auch die laparoskopische Stomaanlage bei selektionierten Patienten mit Morbus Crohn mit guten Ergebnissen durchführbar sind. Derzeit lassen allerdings sowohl die individuellen Variationen beim Morbus Crohn als auch das Fehlen kontrolliert-randomisierter Studien keine endgültige und generelle Empfehlung dieser therapeutischen Option zu. Unsere positive Bewertung der MIC für die Behandlung von crohn-assozierten Problemen basiert vor allem auf den bekannten Vorteilen der Methode sowie auf der Tatsache eines deutlich erhöhten Patientenkomforts.

L. Mirow, O. Schwandner, F. Fischer, S. Farke, H. P. Bruch, European Surgery

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