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Technik der laparoskopischen Pankreaslinksresektion mit Erhaltung der Milzgefäße

GRUNDLAGEN: Unter den laparoskopischen Operationen zählen die Eingriffe an parenchymatösen Organen einschließlich des Pankreas zu selteneren Operationen. Die häufigsten Indikationen am Pankreas sind Enukleationen endokrin aktiver Tumore und distale Resektionen bei benignen Läsionen. Zu den wichtigen Prämissen dieser Operationen zählen die Schonung des Ductus pancreaticus bei Enukleationen, optimaler Verschluss desselben bei Resektionen und die Erhaltung der retropankreatisch verlaufenden Milzgefäße. METHODIK: 8 Patienten im Alter von 16 bis 71, davon 7 Frauen und ein Mann, wurden mit der Intention einer laparoskopischen Linksresektion des Pankreas operiert. Bei 7 Patientinnen war es beabsichtigt, die Milz und ihre Hauptgefäße zu erhalten. Bei dem einzigen männlichen Patienten war die Milzerhaltung nicht geplant, nachdem dieser Patient bereits vor Jahren im Rahmen einer Pankreatitisattacke splenektomiert wurde. Die Eingriffe wurden in Rückenlage mit gespreizten Beinen durchgeführt. Es wurden nur einmal 5, sonst immer 4 Tokare mit 5 mm bis 12 mm verwendet. Während der Operation wurde die gesamte Präparation mit einem 5 mm LigaSure®-Instrument oder mit einer Ultraschallschere ohne Verwendung von Klipps durchgeführt. Die Durchtrennung des Pankreas wurde mit einem Endostapler vorgenommen. ERGEBNISSE: Bei allen 7 Patientinnen konnte die Operation unter Schonung der Milzgefäße und Erhaltung der Milz laparoskopisch erfolgreich beendet werden. Bei dem Patienten mit Pankreatitis war die Resektion des Pankreas wegen massiver Fibrosierung und Verhärtung laparoskopisch nicht möglich und es wurde konvertiert. Eine Bluttransfusion musste nur bei jenem Patienten vorgenommen werden, dessen Eingriff in offener Technik beendet wurde. Bei den resezierten Tumoren handelte es sich um 1 muzinöse, 3 seröse Zystadenome, um 2 solid papilläre epitheliale Tumore des Pankreas, 1 posttraumatische Nebennierenzyste und um eine hochgradig fibrosierende nekrotisierende Pankreatitis. Postoperativ trat bei zwei Patientinnen ein Serom im Tumorbett auf. Beide Patientinnen wurden CT-gezielt drainiert. Diese Patientinnen wurden am 9. bzw. am 16. Tag entlassen. Sonst erfolgte die Entlassung zwischen dem 5. und 7. Postoperativen Tag. Kein Patient musste re-operiert werden. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Distale Pankreasresektion ist eine durchaus laparoskopisch durchführbare Operation mit den allgemein bekannten Vorteilen der minimal invasiven Chirurgie. Ein wichtiger Aspekt dieses Eingriffes ist, wie auch bei den konventionell offenen Operationen, die Erhaltung der Milz und ihrer Hauptgefäße. Auch bei größeren benignen Läsionen ist dieses anspruchsvolle Ziel der Resektion des Pankreas mit Erhaltung der Milzgefäße laparoskopisch, vielleicht sogar leichter als in offener Technik erreichbar.

S. Uranues, B. Salehi, P. Kornprat, B. Todoric, European Surgery

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