zur Navigation zum Inhalt
 

Minimal invasive Operationstechniken in der chirurgischen Onkologie

GRUNDLAGEN: Die Anwendung minimal invasiver Techniken hat sich in der onkologischen Chirurgie nur langsam durchgesetzt. Der Grund waren Unsicherheiten bezüglich der onkologischen Sicherheit dieser neuen Methode. In den letzten Jahren wurden allerdings große technische Fortschritte erzielt und zunehmend Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt. Minimal invasive Verfahren werden in der Onkologie für das Staging sowie für palliative und kurative Operationen eingesetzt. Kurative laparoskopische Operationen für gastrointestinale Karzinome werden nach wie vor kontroversiell gesehen. METHODIK: Eine Beurteilung der verfügbaren Daten über minimal invasive Techniken bei Patienten mit Mammakarzinomen und gastrointestinalen Karzinomen wurde durchgeführt. ERGEBNISSE: Beim Staging gastrointestinaler Karzinome und Lymphome hat sich die Laparoskopie als wertvolle Hilfe erwiesen. Das Sentinel-Lymphknoten-Konzept hat sich beim Mammakarzinom für ein selektioniertes Patientengut etabliert. Derzeit ist die Sentinel-Technik bei gastrointestinalen Karzinomen als rein experimentell einzustufen. Vorliegende Daten von prospektiv randomisierten Studien zeigen, dass laparoskopische Kolonresektionen technisch machbar sind und adäquate Kurz- und Langzeitergebnisse erzielen. Derzeit ist es nicht möglich, eine Empfehlung für laparoskopische Magen- oder Rektumresektionen abzugeben. Es liegen keine prospektiv randomisierten Studien vor. SCHLUSSFOLGERUNGEN: In den letzten Jahren wurde die Laparoskopie für das Staging und die Behandlung gastrointestinaler Tumore etabliert. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass minimal invasive Tumoroperationen für gewisse Indikationen machbar sind und ausgezeichnete Kurz- und Langzeitergebnisse aufweisen. Die laparoskopische Resektion von Karzinomen des linken und rechten Kolons sowie des rektosigmoidalen Übergangs ist durch mehrere Studien abgesichert und kann bei entsprechender Erfahrung routinemäßig angewendet werden. Für minimal invasive Rektumresektionen, Rektumamputationen und Magenresektionen gibt es weit weniger Daten. Prospektiv randomisierte Studien sind auch für diese Entitäten notwendig um neben den Kurzzeitergebnissen auch das onkologische Outcome beurteilen zu können.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben