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Kompetitive Strategien der Chirurgie bei der Behandlung der primären Carotisstenose

GRUNDLAGEN: Die Chirurgie hat sich in der Therapie der hochgradigen Karotisstenose als Goldstandard etabliert. In den letzten Jahren wird jedoch vermehrt die endovaskuläre Sanierung mittels perkutaner Angioplastie und Stentimplantation propagiert. Das Ziel dieser Arbeit ist, die Argumente der Proponenten gegen die Chirurgie (größere Belastung für den Patienten, gefährlichere Intervention, höhere Mortalität etc.) näher zu beleuchten und moderne Strategien zu präsentieren, mit welchen die chirurgische Therapie kompetitiv gegen diese Strömungen bestehen kann. METHODIK: Medline (1995–2007) und Cochrane Library Electronic Databases (2007) wurden nach prospektiv randomisierten Publikationen, welche sich mit der chirurgischen und endovaskulären Behandlung der Karotisstenose beschäftigen, durchsucht. Die Resultate dieser Publikationen wurden im Sinne einer Meta-Analyse miteinander verknüpft und in den verschiedenen Domänen (Mortalität, Schlaganfallrate, Komplikationsrate, Krankenhausaufenthalt und Kosten) verglichen. Daraus wurden mögliche Strategien für eine erfolgreiche und komplikationsarme Karotisintervention abgeleitet. ERGEBNISSE: Während die chirurgische Behandlung der Karotisstenose durch große randomisierte Multicenterstudien ihren Stellenwert in der Therapie dieser Erkrankung bereits bewiesen hat, sind diesbezügliche Daten seitens der Karotisstentung noch nicht Level I basiert. Studien, welche Karotisoperation mit Karotisstentung direkt verglichen haben, mussten teilweise wegen vermehrten Auftretens von neurologischen Komplikationen im Stentarm vorzeitig abgebrochen werden. Derzeit gibt es keinen prospektiv randomisierten Vergleich der die Stentbehandlung im Vorteil gegenüber der chirurgischen Therapie sieht. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Eversionsendarterektomie der Karotisstenose in Lokoregionalanästhesie erfüllt die Ansprüche eines modernen und kompetitiven operativen Konzepts. Sie kann rasch, sicher und einfach durchgeführt werden. Zudem ist das operative Verfahren billig und der Krankenhausaufenthalt limitiert. Die interventionelle Therapie stellt lediglich bei Rezidivstenosen und hostilem Hals eine Alternative zur Operation dar.

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