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Simulation endoskopischer Operationen – Vier Jahre Erfahrung an der Chirurgischen Universitätsklinik

Bei laparoskopischen Operationen bestehen längere Lernkurven als bei konventionellen Operationen. In den letzten Jahren wurden als Alternative zum herkömmlichen Training, virtuelle Operations-Simulatoren entwickelt. Diese gestatten das Üben in einer computergenerierten Umgebung und erlauben das gezielte Training von technischen Fähigkeiten in frei wählbaren Szenarien. In den letzten vier Jahren wurde an der chirurgischen Universitätsklinik Marburg mit Hilfe des Laparoskopiesimulators (LapSim®) eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt. Nach initialer Validierung des Simulators "Abbildung laparoskopischer Fertigkeiten von laparoskopisch erfahrenen und weniger erfahrenen Ärzten" konnte der Lernerfolg nach einem praktischen Laparoskopiekurs am Pelvitrainer gemessen und damit die Zielgruppe des Kurses ermittelt werden. In einem weiteren Untersuchungskomplex fanden wir im Gegensatz zu dem Training am Pelvitrainer, dass gerade die Anfänger den höchsten Lernerfolg am Simulator haben. Da die laparoskopischen Operationen besondere Anforderungen an den Chirurgen stellen, gewinnen neben der manuellen Geschicklichkeit auf hohem Niveau auch individuelle Faktoren wie z.B. räumliche Orientierung und Stressverarbeitungsstrategien also sogenannte "non-technical-skills" für die Eignung als laparoskopischer Chirurg zunehmend an Bedeutung. So konnte in weiteren Untersuchungen gezeigt werden, dass das räumliche Denken sowie eine gute Stressverarbeitung positiv mit virtuellen laparoskopischen Fähigkeiten korrelieren. Probanden mit hohem Maß an räumlichem Denkvermögen verfügen über bessere virtuelle laparoskopische Fertigkeit als die Probanden mit geringerem räumlichen Denkvermögen. Des weiteren haben Probanden, die inadäquate Stressbewältigungsstategien besitzen, komplexe Aufgaben am Simulator schlechter durchgeführt als Probanden mit adäquaten Stressbewältigungsstategien. Die virtuelle Laparoskopie ist ein viel versprechendes Werkzeug in der chirurgischen Weiterbildung. Im Interesse des Patienten sollte die Entwicklung dieses Instrumentes in der Chirurgie ebenso professionell vorangetrieben werden wie jene von Flugsimulatoren in der Luftfahrt.

Iyad Hassan, Thomas Osei-Agymang, Daniela Radu, Berthold Gerdes, Matthias Rothmund, Emilio Domínguez Fernández, Wiener klinische Wochenschrift

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