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Chyluszyste nach laparoskopischer Fundoplicatio

Chyluszysten sind sehr selten und werden nach gefäßchirurgischen, retroperitonealen urologischen und Wirbelsäulenoperationen beschrieben. Im vorliegenden Fall entwickelten sich bei einem 57jährigen Mann mit einer Brustwirbelfraktur (Th11/12) in der Anamnese Jahre nach einer laparoskopischen Fundoplicatio Schmerzen im rechten Oberbauch, Inappetenz und Gewichtsverlust. Ein zystisches Gebilde rechts des distalen Ösophagus, welches anfangs radiologisch dem Fundoplikat zugeordnet wurde, wuchs im Verlauf zu einer letztlich sehr großen Zyste im Oberbauch heran. Nach laparoskopischer Drainage fanden sich Cholesterin, Chylomikronen und Triglyceride im Sekret, dies führte zur Diagnose Chyluszyste. Die Sekretion sistierte unter Diät mit mittelkettigen Triglyceriden 12 Wochen nach der Intervention und der Patient erholte sich. Nach 7 Monaten jedoch hatte er die gleichen Beschwerden, es fand sich eine sehr große (9 × 8,6 × 7,5 cm) Zyste kleinkurvaturseitig, die schließlich konventionell operativ mit einer Cystojejunostomie abgeleitet wurde. Dies löste das Problem dauerhaft, bei einer Nachuntersuchung 8 Monate postoperativ war der Patient beschwerdefrei. Der vorliegende Fall zeigt, dass untypischen Beschwerden nach vorangegangenen Operationen detailliert nachgegangen werden sollte. Die Enstehung einer Chyluszyste im obigen Fall wird auf das vorausgegangene Wirbelsäulentrauma mit möglicher posttraumatischer Veränderung der Lymphgefäße und auf die präaortale Präparation bei der Fundoplicatio zurückgeführt. Wenn Drainage und konservative Maßnahmen fehlschlagen, kann eine Cystojejunostomie erfolgreich durchgeführt werden.

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