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Zehn Jahre laparoskopische Cholezystektomie – ein Vergleich zwischen Italien und Bosnien-Herzegowina

ZIEL DER STUDIE: Vergleich der Besonderheiten und Ergebnisse einer laparakopischen Cholezystektomie (LC) in 2 Spitälern – eines in Bosnien-Herzegowina (BH) und das andere in Italien, einem voll entwickeltem westlichen Industrieland. METHODEN: Vom Jänner 1995 bis Dezember 2005 wurden insgesamt 2018 Patienten laparsokopisch cholezystektomiert: 1066 im Krankenhaus Mostar (BH) und 952 im Universitätsspital von Chieti in Italien. Die Unterschiede in der Klinik, in den Diagnoseprotokollen, der Medikation, der angewandten chirurgischen Therapie, sowie in den Komplikationen und Ergebnissen wurden erhoben. ERGEBNISSE: Die Analyse der Daten ergab, dass die Zahl der lebensbedrohlichen Situationen in Italien vergleichsweise geringer (15 oder 1,5% vs. 53 oder 4,9%; p < 0,001) war, ebenso wie der Einsatz von Analgesie bzw. von Antibiotika (131 oder 13,96% vs. 873 oder 81,79%; p < 0,001). Eine biliäre Chirurgie mit direktem Zugang war in Italien selten – der Großteil der Patienten konnte laparoskopisch operiert werden (nur 44 bzw. 4,41% hatten eine konventionelle Operation, wobei die 35 Patienten [3,61%], bei denen intraoperativ auf offenen Zugang umgestiegen werden musste, schon inkludiert sind). Im Vergleich dazu wurden in Mostar 1661 (61%) einer Zehnjahresperiode von insgesamt 2735 cholezystektomierten Patienten per offenem Zugang operiert. Es wurde ein signifikanter Unterschied in der Zahl der chirurgischen Komplikationen (8 oder 0,84% vs. 40 oder 3,75%; p < 0,002) bzw. der postoperativen Infektionen nach chirurgischer Inzision (0 vs. 6 oder 0,56%; p < 0.033) zugunsten des italienischen Spitals festgestellt. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Für die Chirurgen in Bosnien-Herzegowina ist es ermutigend, feststellen zu können, dass zufriedenstellende Ergebnisse auch in einem vergleichsweise weniger entwickelten Land erreicht werden können. Die Zahl der in Mostar aufgetretenen Komplikationen betont allerdings die Notwendigkeit einer weiteren Verbesserung der chirurgischen Technik durch besser strukturiertes Training mit strenger Supervision der jüngeren Kollegen. Die Tatsache des zwar seltenen, aber doch beobachteten Auftretens von postoperativen Infektionen in BH sollte für eine bessere Infektionskontrolle im dortigen Krankenhaus Anlass sein.

Zdrinko Brekalo, Paolo Innocenti, Goran Ðuzel, Guido Liddo, Enzo Ballone, Vladimir J. Šimunović, Wiener klinische Wochenschrift

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