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Neurologie 13. Februar 2008

Neurodegeneration

In den nächsten 25 Jahren wird sich die Zahl der Patienten mit neurodegenerativen Krankheiten verdoppeln. Neue Strategien in deren Abklärung und Therapie wurden bei der 6. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) in Innsbruck erörtert.

Die neurologische Forschung konzentriert sich auf die Früherkennung. „Das Ziel ist“, so Tagungspräsident Prof. Dr. Werner Poewe, Leiter der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie, „durch eine frühzeitige Therapie modifizierend auf den weiteren Krankheitsverlauf einzuwirken und Behinderungen hinauszuzögern oder sogar zu verhindern.“ Die moderne Gehirnbildgebung bietet zunehmend Einblick in frühe Funktionsstörungen, die den Vollbildern von neurodegenerativen Erkrankungen um Jahre vorausgehen können. So ist es durch neue Markierungsstoffe gelungen, die für die Alzheimer-Krankheit charakteristische Ablagerung des Proteins Beta-Amyloid sichtbar zu machen.

Amyloid-Imaging bei Alzheimer

„Das Amyloid-Imaging ist ein wichtiger Durchbruch“, betonte Poewe, „weil wir nun Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko identifizieren können.“
Im Bereich des Morbus Parkinson wurden neue Wege aufgezeigt, die Erkrankung immer früher zu diagnostizieren und womöglich in Zukunft auch das Parkinson-Risiko von gesunden Patienten besser definieren zu können.“

Riechstörung als Marker

Einer klinischen Forschergruppe in Innsbruck um Dr. Christoph Scherfler ist es gelungen, ein neues kernspintomographisches Merkmal von Parkinsonpatienten aufzudecken: Eine Störung der Diffusionseigenschaften von Wassermolekülen, die mit standardisierten MR-Verfahren messbar ist. „Die Gruppe konnte nachweisen, dass bei Parkinsonpatienten signifikante Störungen im Bereich des Riechnervs vorhanden sind“, berichtete Poewe. Nun wird untersucht, ob diese Veränderung auch als Screening-Methode verwendbar ist.
Auch die Ultraschalldiagnostik ist für die Parkinson-Diagnostik wichtig. „Mittels dieser kostengünstigen Technik lassen sich charakteristische Änderungen im Ultraschallecho in der Gegend der Substantia nigra des Mittelhirns nachweisen“, so Poewe. „Gleiche Veränderungen finden sich aber auch bei zehn Prozent der Normalbevölkerung. Gegenwärtig wird in Verbundstudien an großen Kollektiven gesunder Menschen untersucht, ob dieses Merkmal als Risikomarker für eine Parkinson-Krankheit verwendbar ist.“ An dem Projekt ist neben den Universitäten Tübingen und Homburg-Saar auch die Universität Innsbruck beteiligt. Es wird von der amerikanischen Michael J. Fox Foundation gefördert.

Quelle: Presseaussendung B&K

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